Verbraucherschützer warnt vor bekannten Problemen
Verbraucherschützer sehen solche Garantien jedoch kritisch. Die Erfahrungen mit der bisherigen Riester-Rente hätten gezeigt, dass Garantien oft zulasten der Rendite gingen, sagt Altersvorsorgeexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg t-online.
„Produkte mit Kapitalgarantien suggerieren eine Sicherheit, die sich in der Altersvorsorge als trügerisch erweisen kann“, erklärt der Experte. „Dass solche Produkte von Anlegerinnen und Anlegern gewünscht seien, kann auch Ausdruck irreführender Sicherheitsversprechen und mangelnder Transparenz über den Zusammenhang von realen Renditechancen und realen Risiken sein.“
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Um Verluste zu vermeiden, müssten Anbieter bei Garantieprodukten in schwachen Börsenphasen häufig Geld aus Aktien abziehen und in sicherere Anlagen umschichten. „Diese Umschichtung begrenzt zwar zunächst das Risiko, sorgt aber auch dafür, dass man die Erholungsphase nach dem Crash verpasst und auf Dauer geringere Renditen zu erwarten sind“, erklärt Nauhauser. Solche Probleme seien bereits während der Finanzkrise und zu Beginn der Corona-Pandemie sichtbar geworden.
Keine klassischen ETFs im Standardprodukt
Bemerkenswert ist auch: Selbst im gesetzlich vorgeschriebenen Standardprodukt setzt Union Investment nicht auf klassische passive ETFs, wie sie von Verbraucherschützern zur langfristigen Altersvorsorge empfohlen werden. Stattdessen plant die Fondsgesellschaft sogenannte aktive ETFs. Dabei orientiert sich das Management zwar an einem Index, versucht aber durch Eingriffe eine bessere Wertentwicklung zu erzielen.
Zum Ende der Ansparphase soll dann ein Lebenszyklusmodell greifen, um Kursschwankungen kurz vor Beginn der Auszahlphase abzufedern. „Dazu wird das Vermögen im Rahmen des Modells abhängig von der Restlaufzeit bis zum Beginn der Auszahlphase anteilig in einen europäischen Rentenfonds umgeschichtet“, erläutert Wiesbach.
Aktives Management bringt oft schlechtere Ergebnisse
Auch diese Gestaltung des Standardprodukts sieht Verbraucherschützer Nauhauser skeptisch. „Die empirische Bilanz des aktiven Managements ist seit Jahrzehnten eindeutig“, sagt er. Statt der versprochenen besseren Renditen komme bei Sparern langfristig häufig eine schlechtere Entwicklung an – insbesondere nach Kosten. „Auch die angekündigten sogenannten taktischen Abweichungen vom Index in Lebenszyklusmodellen sind letztlich Versuche des Market-Timings.“ Solche Strategien erhöhten die Komplexität und schmälerten langfristig häufig die Rendite.











