183 Filialen betroffen
Mäc-Geiz meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 12.05.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Kurz nach dem Zusammenschluss mit Kodi kämpft Mäc Geiz ums Überleben. Alle 183 Filialen kommen auf den Prüfstand.
Die Mäc-Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Dies wurde auf der amtlichen Internetseite „Insolvenzbekanntmachungen.de“ mitgeteilt. Der Geschäftsbetrieb in den 183 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Betroffen sind rund 1.175 Beschäftigte der Firmen Mäc-Geiz Handelsgesellschaft und MTH Retail Services (Germany).
Die Mitarbeitenden wurden am Dienstagmorgen über das Verfahren informiert. Ihre Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Bei einer Eigenverwaltung bleibt das Management während des Verfahrens in der Verantwortung. Geschäftsführer Rüdiger Grommes, der erst kürzlich das Amt übernommen hatte, erhält Unterstützung durch Frank Tepaß, der als COO das operative Geschäft mitverantworten soll.
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Als Verfahrensbevollmächtigte heuerte die Restrukturierungskanzlei Andres Partner an, die 2023 bereits den Schutzschirm des Düsseldorfer Modehändlers Peek & Cloppenburg begleitete. Zum vorläufigen Sachwalter, der die Interessen der Gläubiger wahrt, wurde Lucas Flöther bestellt. Flöther hatte diese Aufgabe 2017 bereits bei der Fluggesellschaft Air Berlin übernommen. Im vorläufigen Gläubigerausschuss sind je ein Vertreter der Agentur für Arbeit, des Warenkreditversicherers Euler Hermes/Allianz Trade sowie der Belegschaft vertreten.
Filialschließungen nicht ausgeschlossen
Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens uneingeschränkt weiterlaufen. Gleichzeitig ist eine grundlegende Neuaufstellung geplant. Filialschließungen und strukturelle Anpassungen schließt Mäc-Geiz ausdrücklich nicht aus. Alle 183 Märkte sollen überprüft werden, Gespräche mit Vermietern haben bereits begonnen. Welche konkreten Schritte folgen, steht noch nicht fest.
Mäc-Geiz gehört seit Februar zur Kodi-Gruppe. Kodi-Inhaber Fabian Grund hatte den Discounter damals übernommen. Die österreichische MTH-Gruppe, vormals Alleineigentümerin, hält seither noch 20 Prozent an der gemeinsamen Dachgesellschaft. Der erhoffte Neustart verlief jedoch nicht wie geplant. Als bekannt wurde, dass die Warenkreditversicherung durch Allianz Trade über die Markant-Gruppe zum 31. Mai endet, zeichneten sich Liquiditätsprobleme ab.
Branchenkenner zeigen sich von dem Schritt nicht überrascht. Mäc-Geiz leidet wie weite Teile des Nonfood-Handels unter schwacher Kauflaune der Verbraucher und steigenden Kosten. Hinzu kommt der Druck durch Großunternehmen wie Action und Tedi, die wachsende Marktanteile auf sich vereinen.








