Die nachhaltigsten Schokoladen der Welt
„Faules Ei“: Verbraucherschützer strafen Milka ab
09.05.2026 – 16:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein neues Ranking zeigt große Mängel bei der Nachhaltigkeit vieler Schokoladenhersteller. Ein deutscher Hersteller kann derweil überzeugen.
Schokolade essen, aber mit gutem Gewissen: Die Nachhaltigkeit von Schokolade spielt für viele Verbraucher eine zunehmend wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Orientierung bietet eine aktuelle Analyse des NGO-Bündnisses „Be Slavery Free“: Für die „Chocolate Scorecard“ wurden weltweit 49 Hersteller und Händler nach verschiedenen Kriterien bewertet – darunter das Einkommen der Kakaobauern, Kinderarbeit, Pestizideinsatz und Entwaldung.
Die neue Rangliste wurde am Donnerstag (7. Mai) veröffentlicht. Sie zeigt, welche Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit Fortschritte machen – und wo weiterhin erhebliche Defizite bestehen.
In der Kategorie der mittleren und großen Produzenten belegt das Schweizer Unternehmen Halba mit einem Nachhaltigkeitswert von 85 Prozent den ersten Platz.
Der Vorjahressieger Tony’s Chocolonely landete mit 83 Prozent auf dem zweiten Rang, gefolgt vom deutschen Hersteller Ritter Sport. Beim süddeutschen Unternehmen kritisierte das NGO-Bündnis vor allem Schwächen beim Einkommen der Kakaobauern.
Andere deutsche Hersteller wurden deutlich schlechter bewertet. Der Berliner Süßwarenhersteller Storck, bekannt für Marken wie Toffifee und Merci, erhielt nur einen Nachhaltigkeitswert von 39 Prozent. Der einstige Kölner Schokoladenhersteller Stollwerk (Alpia, Sarotti), der mittlerweile zur belgischen Baronie-Gruppe gehört, wurde mit 37 Prozent bewertet.
Gleichzeitig kritisiert das NGO-Bündnis erhebliche Datenlücken. Vor allem bei Kinderarbeit, der Bezahlung der Kakaobauern und beim Einsatz von Pestiziden seien die verfügbaren Informationen häufig unvollständig. In mehreren Bereichen bleibe daher unklar, wie groß die Probleme tatsächlich sind.
Zusätzlich kritisiert wurde die mangelnde Transparenz einiger großer Konzerne. Zwei Unternehmen – Starbucks und Mondelez, der Mutterkonzern von Milka – beantworteten den Fragebogen zur „Chocolate Scorecard“ nicht. Gemeinsam mit weiteren Firmen erhielten sie dafür den Negativpreis „Bad Egg“ (faules Ei).
Ob der Negativpreis Mondelez jedoch die Umsätze drücken wird, bleibt zu bezweifeln. Vielmehr macht dem Unternehmen wie auch anderen Schokoladenherstellern die Verkaufszurückhaltung der Kunden zu schaffen. Viele Unternehmen hatten laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ ihre Preise vor dem Osterfest deutlich erhöht. Doch viele Schoko-Osterhasen lagen zum Osterfest wie Blei in den Regalen, die Unternehmen verzeichneten deutliche Umsatzrückgänge.
Mittlerweile versucht die Branche, die Verkäufe wieder in Schwung zu bringen. So hat etwa Lidl die Preise für seine Eigenmarken „Fin Carré“ und „J.D. Gross“ zuletzt gesenkt.










