Der 1. FC Köln ist nahezu gerettet und wird in der Bundesliga bleiben. Das heißt aber nicht, dass mit dem Erreichen des Saisonziels alles gut ist.
Es war auch am 32. Bundesliga-Spieltag wieder so wie in der gesamten Saison. Der 1. FC Köln profitierte einmal mehr von der Schwäche der Konkurrenz. Nicht, weil die Geißböcke ihre Chance bei Union Berlin (2:2 nach 2:0) genutzt hätten, sondern weil St. Pauli und Wolfsburg nicht gewinnen konnten, wird der FC in der Bundesliga bleiben.
Das Zustandekommen dieser So-gut-wie-Rettung dank der Tordifferenz war ein Paradebeispiel für den gesamten Saisonverlauf. In 32 Spielen stand der FC nie auf einem Abstiegsplatz. Sechs Punkte Vorsprung auf Rang 16, so müsste man meinen, erzählen eigentlich die Geschichte eines souveränen Klassenerhalts für einen Aufsteiger. Doch die Wahrheit sieht ein wenig anders aus.
Mit 32 Punkten aus 32 Spielen machte es der FC in dieser Saison eigentlich nicht erstklassig. Die Tabellenkurve zeigt: Von Platz drei nach dem 2. und 3. Spieltag ging es immer weiter bergab. Erst eine acht Spiele andauernde Sieglos-Serie im Herbst und Winter, dann eine erneut acht Spiele andauernde Sieglos-Serie im Frühjahr. Und in den letzten Wochen kämpfte sich der FC eher durch Minimalismus zum Klassenerhalt (fünf Unentschieden in sieben Spielen) statt durch überzeugende Siege.
Die Verantwortlichen werden also einiges aufzuarbeiten haben. Von der Trainerfrage (Ist René Wagner wirklich der Richtige?) über die Kaderfrage (Wo sind die größten Baustellen?) bis hin zur großen Transferfrage (Wird Said El Mala der Rekordtransfer der Geißböcke?) muss Sportchef Thomas Kessler mit seinem Team die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen.
Die Fans des 1. FC Köln werden all diese Entscheidungen genau beobachten. Vor allem aber dürfen sie am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim feiern. Dann soll auch rechnerisch kein Fragezeichen mehr hinter dem Klassenerhalt stehen. Und wenn im Fußball eines erlaubt ist, dann ist es, jeden Erfolg zu feiern, wie er fällt. Egal, wie er zustande kommt.
Denn unter dem Strich stand vor der Saison fest: Egal wie, der FC muss in der Bundesliga bleiben. Und genau das haben die Geißböcke nun auch geschafft. Dass im Hintergrund sachlich analysiert werden muss, gehört zum Profisport dazu. Dass im Vordergrund die Fans ausgelassen feiern dürfen, auch. Daher soll der 33. Spieltag für den FC ein gelungener Heim-Abschluss der Saison werden. Möglichst mit einem überzeugenden Sieg.











