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Home » Forscher finden resistente Keime in Müggelsee und Weißer See
Deutschland

Forscher finden resistente Keime in Müggelsee und Weißer See

MitarbeiterBy MitarbeiterMai 4, 2026
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Forscher finden resistente Keime in Müggelsee und Weißer See

Das muss man beachten

Forscher finden resistente Keime in Badeseen

04.05.2026 – 12:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Badegäste am Strandbad Müggelsee (Archivfoto): Hier fanden Forscher ebenfalls die Keime. (Quelle: IMAGO/Sabine Gudath/imago)

Berliner Forscher finden Antibiotika-Resistenzgene in Seen mehrerer Bundesländer. Auch zwei Seen in Berlin weisen hohe Werte auf.

Antibiotika-resistente Bakterien stecken in Berliner Badeseen, Brandenburger Feldteichen und mecklenburgischen Waldseen – und eine Kläranlage hält sie kaum auf. Das zeigt eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (Leibniz-IGB), erschienen in der Fachzeitschrift „iScience“.

Untersucht wurden demnach Wasser- und Sedimentproben aus sechs Gewässern in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie Zu- und Abfluss einer großen Berliner Wasseraufbereitungsanlage. Die Forschenden hätten nach Antibiotika-Resistenzgenen gesucht – jenen Erbgut-Abschnitten in Bakterien, die sie gegen gängige Antibiotika unempfindlich machen.

Der Befund sei eindeutig: Im Zufluss der Kläranlage fanden sich laut der Studie Resistenzgene aus allen 18 untersuchten Klassen. Im aufbereiteten Abwasser seien es noch 16 gewesen. Nur zwei Klassen habe die Anlage vollständig herausgefiltert – alle anderen seien ins Gewässer gelangt.

Auch der viel genutzte Müggelsee habe neun verschiedene Resistenzgen-Klassen im Oberflächenwasser getragen. Warum er stärker belastet ist als andere städtische Seen, erklärt Hans-Peter Grossart vom Leibniz-IGB mit der intensiven Nutzung: Fischerei, Schiffsverkehr und Badebetrieb würden den Eintrag resistenter Keime in die Höhe treiben.

Zudem machten die Forscher einen weiteren Fund: Seen, deren Oberflächenwasser völlig unauffällig war, hätten die Keime tief im Sediment gespeichert. Auch im Weißen See in Berlin seien solche Keime im Sediment festgestellt worden. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten am Leibniz-IZW und Seniorautor der Studie, sagt: „Wassernahe Bodenschichten halten Belastungen mit antibiotikaresistenten Bakterien in der Umwelt vor, auch wenn das Oberflächenwasser keine nachweisbare Belastung mehr aufweist“. Besonders Resistenzgene gegen Aminoglykosid-Antibiotika würden im Sediment höher konzentriert vor als im Wasser darüber liegen.

Ein Feldteich im westlichen Brandenburg wies laut der Studie sechs Resistenzgen-Klassen auf – weniger als der Müggelsee, aber mehr als die abgelegenen Naturseen Stechlinsee, Haussee und Dagowsee. Die nachgewiesenen Klassen ähneln stark jenen aus städtischen Gewässern, darunter Resistenzen gegen Aminoglykoside, Phenicole und Tetracycline, so die Studie weiter. Diese Antibiotika würden sowohl in der Humanmedizin als auch in der Nutztierhaltung eingesetzt und gelangen über Abwässer ins Wasser.

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