Merz widerspricht Klingbeil
„Ich brülle niemanden an“
29.04.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Wie hitzig ging es zu in der Villa Borsig? Lars Klingbeil bekundete, sich dort gerne habe anbrüllen zu lassen. Der Kanzler widerspricht.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zurückgewiesen, seinen Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) beim Reformgipfel in der Villa Borsig angebrüllt zu haben. Das hatte ihm Klingbeil vorher indirekt vorgeworfen. „Ich will auch noch mal klarstellen: Ich brülle niemanden an“, sagte Merz am Mittwoch in Berlin. Es gebe „natürlich auch hin und wieder Diskussionen, auch streitige Diskussionen“.
Bundesfinanzminister Klingbeil hatte am Dienstag indirekt einen Bericht des „Spiegel“ bestätigt, Merz habe Klingbeil vor zwei Wochen beim Koalitionsausschuss in der Villa Borsig angebrüllt. Wenn man dort sitze, sagte Klingbeil, „und dann kommt – nur mal als theoretische Annahme – irgendjemand auf die Idee, Karenztage einzuführen oder den 1. Mai als Feiertag abzuschaffen, dann sagen wir: Nein. Und dann lasse ich mich als SPD-Vorsitzender sehr gerne dafür anbrüllen.“
Kanzler Merz betonte nun, das Beispiel dieses Mittwochs zeige, „dass wir handlungswillig und handlungsfähig sind“. Man habe im Bundeskabinett mit den Haushaltseckewerten für 2027 und der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung „zwei große Entscheidungen“ gefällt.
Auf die Frage, ob er garantieren könne, dass die schwarz-rote Bundesregierung drei weitere Jahre bis zum Ende der Wahlperiode halte, sagte Merz vorher knapp: „Garantieren kann niemand für nichts.“
Am Dienstag hatte eine Aussage des CDU-Abgeordneten Christian von Stetten Aufsehen erregt. Von Stetten ist Chef des Parlamentskreises Mittelstand, dem ein Großteil der Unionsfraktion angehört. Auf einer Veranstaltung antwortete von Stetten auf eine Frage, wie lange Schwarz-Rot im Bund noch durchhalte: „Zumindest keine vier Jahre – ganz sicher nicht.“ Noch „drei, vier Monate“ blieben ihm zufolge für Reformen.
Später sagte von Stetten t-online, die Aussage auf einer „kleinen Veranstaltung im Wahlkreis“ solle nicht überbewertet werden. Er betonte aber zugleich, dass wenn die Reformen nicht gelängen, „sollte man sich in die Augen schauen und sich ein Scheitern eingestehen. Ich bin nicht bereit, dem Niedergang des Landes tatenlos zuzusehen.“











