Bereits in wenigen Tagen
Vereinigte Arabische Emirate treten aus der Opec aus
Aktualisiert am 28.04.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Kernland des Öl-Kartells Opec verabschiedet sich. Staatsmedien nennen den 1. Mai als Stichtag für den Schritt.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Austritt aus dem Öl-Kartell Opec sowie der Opec+ angekündigt. Der Schritt werde am 1. Mai erfolgen, berichteten staatliche Medien am Dienstag. Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die Exportländer und deren De-facto-Anführer Saudi-Arabien, zumal der Krieg im Iran bereits einen historischen Energieschock ausgelöst und die Weltwirtschaft verunsichert hat.
Zur Begründung erklärte die Regierung, die Entscheidung folge einer Überprüfung der eigenen Förderpolitik sowie der künftigen Produktionskapazitäten. Man wolle sich stärker an nationalen Interessen orientieren und flexibler auf Entwicklungen am globalen Energiemarkt reagieren.
Die Emirate betonten zugleich, weiterhin ein verlässlicher Partner auf dem Energiemarkt bleiben zu wollen. Auch nach dem Austritt solle die Förderung an Angebot und Nachfrage ausgerichtet werden. Ziel sei es, zur Stabilität der Märkte beizutragen.
Der überraschende Verlust des langjährigen Mitglieds droht die Opec zu schwächen, die trotz interner Meinungsverschiedenheiten über Geopolitik oder Förderquoten meist um ein geschlossenes Auftreten bemüht war. Für US-Präsident Donald Trump ist der Austritt der VAE dagegen ein großer Erfolg. Er hatte der Organisation vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise „auszunehmen“. Trump hatte zudem die militärische Unterstützung der USA für die Golfstaaten mit den Ölpreisen verknüpft: Während die USA die Opec-Mitglieder verteidigten, nutzten diese die Situation durch hohe Preise aus.
Dem Austritt war scharfe Kritik der VAE an anderen arabischen Staaten vorausgegangen. Das Land, das als regionales Wirtschaftszentrum und einer der wichtigsten Verbündeten Washingtons gilt, warf seinen Nachbarn vor, es während des Krieges nicht ausreichend vor den zahlreichen iranischen Angriffen geschützt zu haben.
Die Opec-Produzenten am Golf haben wegen iranischer Drohungen und Angriffe auf Schiffe ohnehin bereits Schwierigkeiten, ihre Exporte durch die Straße von Hormus zu transportieren. Durch die schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman wird normalerweise ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases verschifft.










