Gärtner beobachten sie genau, und auch Spaziergänger sollten sie ernst nehmen – die Asiatische Hornisse. Auch Kolumnist Stephan Brings ist diese Art nicht ganz geheuer.
Ihre Ankunft in Deutschland war wohl unvermeidbar: Vor rund zehn Jahren kam die Asiatische Hornisse mit dem Warenverkehr der Globalisierung zu uns. Und durch die milden Winter der vergangenen Jahre konnte sie sich auch im Rheinland etablieren. Köln gilt mittlerweile als ein Zentrum, von dem sich die Art weiter ausbreitet.
Und das bringt ein Problem mit sich: Anders als unsere heimische Europäische Hornisse – die vor allem andere Insekten, etwa Wespen, jagt – bevorzugt die asiatische Hornisse verstärkt Honigbienen. Anders als in Südostasien haben unsere Bienen nicht die gleichen evolutionsbedingten Strategien, um diese invasive Art abzuwehren. Das ist für Imker und für die Bestäubungskultur ein echtes Problem. Bienen sind unverzichtbar beim Anbau von Obst, Gemüse und allem, was wir im Garten lieben. Und schon jetzt sind unsere Bienen von verschiedenen Krankheiten und Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel bedroht.
Die sich verbreitende Asiatische Hornisse baut ihre Nester hoch in Baumkronen. Wenn die Bäume jetzt wieder voll im Laub stehen, sind diese Nester schwer zu erkennen. Dennoch, wer normal unter einem „Hornissenbaum“ spazieren geht, muss nicht gleich angegriffen werden.
Gefährlich wird es nur, wenn die Hornisse gestört wird, etwa durch Erschütterungen, Lärm oder bei direkter Annäherung. Dann sind die Kolonien mit einer Königin sehr auf Verteidigung ihres Stocks geeicht. Wer dem Nest zu nahe kommt, kann massiv attackiert werden.
Wenn Ihr ein großes, rundliches Nest in Wespennest-Form entdeckt, um das viele orangefarbene Hornissen kreisen: Holt professionelle Hilfe. Versucht nicht, das Nest selbst zu zerstören. Alles andere ist gefährlich.
Fachleute betonen zwar, dass der Stich der asiatischen Hornisse für gesunde Menschen nicht grundsätzlich „gefährlicher“ als der der Europäischen Hornisse ist; aber entscheidend ist die Menge der Stiche und die individuelle Reaktion. Todesfälle durch diese Art sind in Deutschland dabei bisher nicht dokumentiert.
Ich hoffe, dass den Tierchen die Eifel nachts einfach zu kalt ist. Ich habe mir neulich auf dem Weg von der Kneipe den Allerwertesten abgefroren. Es bleibt also Hoffnung – und ein gesundes Maß an Respekt vor der asiatischen Hornisse, aber keine Panik.










