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Ein österreichisches Gericht hat am Mittwoch einen ehemaligen hochrangigen Beamten freigesprochen, dem die Staatsanwaltschaft vorgeworfen hatte, vertrauliche Dokumente im Zusammenhang mit der Nowitschok-Vergiftung eines ehemaligen russischen Doppelagenten im Vereinigten Königreich im Jahr 2018 weitergegeben zu haben.
Johannes Peterlik war von 2018 bis 2020 ranghöchster Beamter des Außenministeriums.
Im Oktober 2025 wurde gegen ihn Anklage wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Schweigepflicht erhoben.
Doch das Wiener Strafgericht habe ihn freigesprochen, sagte ein Gerichtssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Staatsanwaltschaft sagte, sie werde gegen das Urteil Berufung einlegen, fügte er hinzu.
Die Staatsanwaltschaft hatte Peterlik vorgeworfen, im Oktober 2018 „ohne offizielle Notwendigkeit“ einen geheimen Bericht angefordert zu haben, der die Formel für Nowitschok enthielt, einen militärischen Nervenkampfstoff, der in der Sowjetunion während des Kalten Krieges entwickelt wurde.
Der Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) enthielt Informationen über die Vergiftung des ehemaligen russischen Doppelagenten Sergei Skripal in Salisbury im März 2018.
Die Staatsanwälte argumentierten, Peterlik habe Egisto Ott, einem ehemaligen österreichischen Geheimdienstmitarbeiter, mehrere OPCW-Dokumente gezeigt.
Ott steht derzeit wegen einer Reihe von Anklagen vor Gericht, darunter die Übergabe sensibler Geräte und der Verkauf geheimer Informationen an Russland.
Ott, der alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreitet, wird außerdem vorgeworfen, jahrelang geheime Informationen an Jan Marsalek weitergegeben zu haben, den ehemaligen Geschäftsführer des zusammengebrochenen deutschen Zahlungsabwicklungsunternehmens Wirecard.
Marsalek wird selbst wegen Betrugs gesucht, doch laut einer internationalen Medienrecherche, die letztes Jahr von der österreichischen Tageszeitung Der Standard und anderen Medien veröffentlicht wurde, lebt er nun unter falscher Identität in Moskau.
Marsalek, der verdächtigt wird, für den russischen Geheimdienst zu arbeiten, versuchte Berichten zufolge, Geschäftspartner zu beeindrucken, indem er ihnen Dokumente zeigte, die das Rezept für Nowitschok enthielten.
Berichten zufolge verfügte der Österreicher auch über interne OPCW-Dokumente über die Untersuchung der Vergiftung.
Österreich wurde in den letzten Jahren immer wieder von russischen Spionageskandalen heimgesucht, was dem Ruf des Landes schadete, das zwar EU-Mitgliedstaat, aber nicht der NATO angehört.
Zusätzliche Quellen • AFP










