Millionenübernahme entschieden
Weg frei für RTL und Sky
Aktualisiert am 22.04.2026 – 18:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit vergangenem Sommer ist klar, dass RTL den Bezahlsender und Streamingdienst Sky übernehmen will. Jetzt hat die zuständige Wettbewerbsbehörde eine Entscheidung gefällt.
Die EU-Kommission hat entschieden: Die RTL Group darf Sky Deutschland übernehmen. Gut zehn Monate nach der Ankündigung des Übernahmeplans hat die EU-Kommission uneingeschränkt grünes Licht für das Geschäft gegeben.
Der US-Konzern Comcast, Muttergesellschaft von Sky, erhält der Vereinbarung nach einen Festbetrag von 150 Millionen Euro, zu dem in den kommenden fünf Jahren je nach Entwicklung des RTL-Aktienkurses ein variabler Anteil von bis zu 377 Millionen Euro hinzukommt. Die Übernahme ist die größte in der Geschichte von RTL Deutschland. Der Aktienkurs stieg bei der Eröffnung der Frankfurter Börse um gut 13 Prozent.
Im vergangenen Sommer hatte RTL bereits die Übernahme des deutschen Abosenders Sky verkündet. Seitdem wurde gemunkelt, wie es bei den beiden TV-Anstalten künftig weitergeht: Bedeutet die Fusion eine personelle Rationalisierung – oder entsteht lediglich ein neuer Big Player im Streaming-Geschäft, der Netflix, Amazon und Co. Konkurrenz macht?
Die Idee eines gemeinsamen Projektes ist unter RTL-Chef Thomas Rabe entstanden. Er sagte vergangenes Jahr: Man habe viele und intensive Gespräche in Brüssel geführt, um die offizielle Anmeldung des Übernahmevorhabens einzutüten. Alles sei „sehr gut vorbereitet“, hieß es.
Beim Bezahlsender Sky aus Unterföhring bei München kursieren schon seit längerer Zeit Zukunftssorgen und die Ungewissheit, wie es weitergeht. Der amerikanische Medienkonzern Comcast macht seit Jahren kaum ein Geheimnis daraus, Sky verkaufen zu wollen.
Hierzulande ist der Pay-TV-Anbieter für seine Live-Berichterstattung bekannt: Sky hält unter anderem Rechte zur Übertragung der ersten und zweiten Fußballbundesliga sowie der britischen Premier League in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Zusätzlich gilt Sky als fiktionale Heimat hochwertiger US-Serien durch eine Kooperation mit dem Sender HBO: „Game of Thrones“, „Euphoria“ oder „The Last of Us“ wurde zu Aushängeschildern.
Doch die Konkurrenz ist auf dem Vormarsch: Beim Sport treiben Streamingdienste wie DAZN oder Amazon Prime die Preise in die Höhe, im fiktionalen Bereich hat HBO Max inzwischen einen deutschen Ableger des US-Senders ins Leben gerufen.










