Der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokayev und der usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev trafen sich am Wochenende in der historischen Stadt Buchara, während die beiden zentralasiatischen Nationen ihre wirtschaftliche und strategische Zusammenarbeit weiter stärken.
Der bilaterale Handel zwischen den beiden Ländern belief sich im vergangenen Jahr auf fast 5 Milliarden US-Dollar (4,3 Milliarden Euro). Beide Seiten streben nun an, diesen Betrag in den kommenden Jahren zu verdoppeln.
Gemeinsame Projekte laufen bereits in den unterschiedlichsten Branchen, darunter Automobilbau, Infrastruktur, Logistik, Elektrotechnik und Baustoffe.
Die Staats- und Regierungschefs skizzierten neue Bereiche für die Zusammenarbeit, wobei der Schwerpunkt auf digitalen Technologien, Wassermanagement und Umweltschutz lag. Mirziyoyev hob auch eine gemeinsame Initiative für saubere Luft hervor, die darauf abzielt, die Herausforderungen der Luftverschmutzung in großen regionalen Grenzstädten wie Taschkent, Almaty, Turkistan und Schymkent anzugehen.
Während der Gespräche betonte Mirziyoyev die Bedeutung der Erweiterung des Internationalen Kooperationszentrums und der Verbesserung der regionalen Konnektivität.
Er verwies auf die Notwendigkeit, Grenzkontrollpunkte zu modernisieren, logistische Engpässe zu beseitigen und große Energieprojekte zu beschleunigen, darunter den Bau des Wasserkraftwerks Kambarata und den Export grüner Energie nach Europa.
Im Gegenzug brachte Tokajew seine starke Unterstützung für eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation und Digitalisierung zum Ausdruck und unterstützte die Umweltinitiativen Usbekistans.
Von der Vereinbarung bis zur Umsetzung
Beide Regierungen konzentrieren sich nun darauf, Vereinbarungen in konkrete Ergebnisse umzusetzen. Es wird erwartet, dass die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, industrielle Lieferketten und Verarbeitung von Rohstoffen, einschließlich seltener Metalle, weiter ausgebaut wird.
Die Verbesserung der Verkehrsverbindungen und der Grenzinfrastruktur bleibt im Mittelpunkt dieser Pläne. Effizientere Korridore sollen Verzögerungen reduzieren, Kosten senken und den Zugang zu externen Märkten verbessern.
Ein wichtiger Meilenstein wird die Eröffnung des Grenzkontrollpunkts Jibek Joli zwischen Usbekistan und Kasachstan im September sein, mit einer täglichen Kapazität von bis zu 70.000 Menschen und mehr als 2.000 Fahrzeugen.
Weitere Infrastrukturprojekte, darunter die Eisenbahnstrecke Darboza–Makhtaaral, sollen die Frachtkapazität jährlich um bis zu 20 Millionen Tonnen steigern.
Beide Seiten einigten sich außerdem darauf, den kulturellen und humanitären Austausch zu intensivieren, unter anderem durch Kulturtage, Jugendforen und eine erweiterte Zusammenarbeit im Tourismus und in der Kreativwirtschaft.
Fokus auf Digitalisierung und Regionalentwicklung
Neben formellen Gesprächen nahmen die beiden Staats- und Regierungschefs an einer Reihe gemeinsamer Besuche teil, bei denen es um die Reformagenda und die industrielle Entwicklung Usbekistans ging.
Sie wurden über die Arbeit des regionalen Lagezentrums Buchara informiert, das nach einem neuen Modell der öffentlichen Verwaltung arbeitet, das darauf abzielt, die Koordinierung zwischen Regierungsbehörden zu verbessern und die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.
Die beiden Präsidenten besuchten außerdem eine nationale Veranstaltung zur künstlichen Intelligenz, den National AI Hackathon, wo sie die Fortschritte bei der digitalen Transformation begutachteten.
Beamte stellten Lösungen vor, die E-Government-Systeme, Verkehr, Zoll, Steuern, Gesundheitswesen und Energie umfassen und umfassendere Bemühungen zur Integration fortschrittlicher Technologien in die gesamte Wirtschaft widerspiegeln.
Im Rahmen des Programms besichtigten die Führungskräfte ein großes Textilunternehmen in Buchara, wo sie moderne Herstellungsprozesse und eine exportorientierte Produktion begutachteten.
Die Anlage wurde 2024 mit einer Investition von 35 Millionen US-Dollar (30 Millionen Euro) eröffnet, beschäftigt mehr als 800 Mitarbeiter und produziert fertige Stoffe und Kleidungsstücke für internationale Märkte. Ausgestattet mit fortschrittlichen Produktionslinien aus Europa und Japan exportiert das Unternehmen in Länder wie Italien, Österreich, das Vereinigte Königreich und Deutschland.
Die Staatsoberhäupter begrüßten die Expansionspläne des Unternehmens und seine Rolle bei der Stärkung der industriellen Zusammenarbeit und des Exportpotenzials.
Das Treffen umfasste auch ein Kulturprogramm, das die wachsende Rolle des informellen regionalen Dialogs widerspiegelte. Die Leiter besuchten einige der berühmtesten Wahrzeichen Bucharas, darunter die Ark-Festung, die Ensembles Poi Kalyan und Lyabi-Hauz sowie das Bahauddin Naqshband-Mausoleum.
Beide Seiten stellten fest, dass solche Treffen zu einer wichtigen Plattform für einen offenen und konstruktiven Dialog geworden sind und dazu beitragen, das Vertrauen zu stärken und die Zusammenarbeit in ganz Zentralasien voranzutreiben.










