Walrettung bei Poel
Tierärztin aus Hawaii rechnet mit zwei Helfern ab
Aktualisiert am 22.04.2026 – 05:04 UhrLesedauer: 5 Min.
Eine US-Tierärztin verlässt die Walrettung bei Poel – und erhebt schwere Vorwürfe gegen zwei Beteiligte. Es geht um Ego, Fehlentscheidungen und die Frage, ob der Einsatz dem Tier noch hilft.
Die US-Tierärztin Jenna Wallace hat am Montag die Walrettung vor der Insel Poel verlassen und wirft zwei Beteiligten vor, durch ihr Verhalten die Rettung des Buckelwals gefährdet zu haben. Sie habe sich zwischen ihrem Job und dem Einsatz entscheiden müssen und sei deshalb abgereist, erklärte sie in einem Facebook-Beitrag am Montagabend. Sie habe sich zunächst mit Kritik zurückgehalten, um die Mission der privaten Rettungsinitiative nicht zu gefährden.
Wallace betonte, sie sehe weiterhin eine Überlebenschance für den Wal „Hope“ ( auch „Timmy“ genannt). Gleichzeitig schilderte sie massive Konflikte im Team. Zwei Männer hätten „seine erste echte Chance auf Freiheit direkt vor meinen Augen zunichtegemacht“. Namentlich nennt sie in ihrem Beitrag „Sergio“ sowie „Mr. Firstclass“.
Bei den Personen handelt es sich um Sergio Bambarén, Autor und Vizepräsident der Umweltschutzorganisation „Mundo Azul“, und den Influencer Danny Hilse, der sich selbst Danny „Firstclass“ nennt. Beide sind Teil der privaten Rettungsinitiative.
Im Interview mit dem NDR untermauerte die Tierärztin ihre Vorwürfe: „Die Retter kämpfen mit Einschränkungen, mit heftigsten Einschränkungen. Und dann gibt es zwei komplett lächerliche Menschen in diesem Team, die da auf keinen Fall reingehören“, sagte Wallace.
In ihrem Facebook-Post erzählte sie von einigen Szenen: Unter anderem habe sie angeordnet, dem erschöpften Tier Ruhe zu geben – dies sei ignoriert worden. Einer der Beteiligten, Hilse, habe den Wal stattdessen wiederholt in Richtung flacheres Wasser gelenkt.
In ihrem Beitrag beschrieb sie das Verhalten des Beteiligten so: Er sei „so sehr damit beschäftigt gewesen, sich selbst zu filmen, zu telefonieren, mit Hope zu sprechen und ihm in die Augen zu sehen, dass er genau das Gegenteil von dem getan habe, was Hope gebraucht hätte“. Weiter heißt es: „Er hätte beinahe mit der Schiffsschraube Timmys Fluke überfahren.“ Ihre Warnungen, er müsse vom Wal verschwinden, seien umsonst gewesen.
Gegen „Sergio“ erhob sie konkrete Vorwürfe. Eine Anweisung, nicht sofort zu den Booten zu gehen, bewertete sie im Nachhinein scharf. Bambarén habe angeordnet, dass die Boote sich in einem entscheidenden Moment nicht nähern sollten. „Das war ein Fehler! Sergio hat uns das gekostet!“ Grundsätzlich formulierte sie ihre Kritik so: „Tiere lügen nicht – Menschen schon“ und „Tiere vor Ego“.










