Nürnbergs erste KI-Metzgerei erregt Aufsehen. Was taugt der „Dorfladen der Zukunft“, der ohne Personal auskommt und auf KI setzt? t-online macht den Selbsttest.
„Servus, willkommen beim Freyberger!“ Wer die kleine Metzgerei-Filiale im Nürnberger Südwesten betritt, der wird herzlich empfangen. Und das als Stammgast sogar mit persönlicher Begrüßung mitsamt Namen. So weit, so gut. Und eigentlich nichts Besonderes beim Einkauf im „Dorfladen“ um die Ecke. Doch hierbei handelt es sich um den „Dorfladen der Zukunft“, wie der Inhaber es selbst beschreibt. Denn hier, in dem Container-Laden an der Geisseeestraße gibt es kein Personal. Der, der einen da so nett akustisch begrüßt, ist kein Mensch. Es ist eine Künstliche Intelligenz.
Die Verantwortlichen versprechen auf ihrer Website: „Moderne Technik trifft auf echte Metzgerqualität.“ Es ist nach eigener Aussage Nürnbergs erster KI-Metzger, der bundesweit ein Medienecho ausgelöst hat. Dirk Freyberger betreibt mit seinem Bruder seit Januar nun eine dritte Filiale in Nürnberg: und die ist ganz ohne Personal, vollautomatisiert. Hier setzen Metzgermeister in dritter Generation voll und ganz auf Künstliche Intelligenz. Und das merkt man. Und zwar in allen videoüberwachten Ecken.
Die erste Hürde: So lässt sich die Tür zum Verkaufsraum nur für denjenigen öffnen, der seine EC-Karte zückt und an den Sensor hält. Wieso? Das erschließt sich nicht so ganz. Wer sodann den gläsernen Raum betritt, der sieht: Fleisch. In allen Varianten und Formen. Der Container, der auf dem Parkplatz von Pflanzen-Kölle steht, wirkt von außen unscheinbar. Von innen hat er überraschend viel Auswahl. Außergewöhnliche Bratwurstkreationen etwa – für die Freyberger mehrfach ausgezeichnet wurde. Hausgemachte Bauernwurst kostet 4,90 Euro, zehn Nürnberger Bratwürste 5,90 Euro und Schaschliktopf im Glas 8,90 Euro. Genauso liegen in der Auslage Entenbrust, Roastbeef oder Trüffelsalami. Außerdem gibt es Nudeln, Eier, Spätzle und allerlei Sonstiges im Sortiment.
Wer Beratung braucht, der kann sich an eine Art Terminal wenden. Damit soll sich der Kunde mittels Spracherkennung mit der KI unterhalten können. Einfach sagen, was man möchte – und los geht’s. So lautet zumindest das Versprechen in der Theorie.










