Sparmaßnahmen an Hochschulen
Berlin streicht Studiengänge und hunderte Pätze
18.04.2026 – 08:44 UhrLesedauer: 3 Min.
Sechs staatliche Hochschulen in Berlin bauen ihr Angebot ab – wegen neu verhandelter Hochschulverträge. Besonders hart trifft es zwei Gruppen.
An Berlins staatlichen Hochschulen greifen die Folgen neu verhandelter Hochschulverträge: HU, FU, TU, UDK, HTW und BHT streichen Studiengänge, bauen Studienplätze ab und besetzen frei werdende Stellen nicht mehr nach. Die Grundzuschüsse des Landes steigen geringer als ursprünglich geplant – das zwingt alle sechs Hochschulen zu Einschnitten. So ist die Lage an Berlins Bildungseinrichtungen.
„Angesichts der massiven Kürzungen muss die Universität in allen Bereichen drastisch sparen, um weiterhin leistungsfähig zu bleiben“, erklärte eine HU-Sprecherin. Vergangenes Jahr standen der Universität laut der Sprecherin rund 24,4 Millionen Euro weniger zur Verfügung. Wie groß die Lücke für 2026 ausfalle, sei schwer zu berechnen.
HU besetzt Stelle vorerst nicht neu
Seit dem 1. April 2026 dürften frei werdende, aus dem Haushalt finanzierte Stellen zunächst sechs Monate lang nicht neu besetzt werden, so die Sprecherin. Diese Regelung gelte befristet bis Ende 2027. Ob ganze Studiengänge gestrichen würden, sei noch offen. Ziel sei es, möglichst wenige Studienplätze abzubauen – und wenn, dann vor allem wenig nachgefragte. Laut der Berliner Wissenschaftsverwaltung waren im Oktober vergangenen Jahres rund 35.000 Studierende an der HU eingeschrieben.
Der FU stehen dieses Jahr 42,41 Millionen Euro weniger zur Verfügung, wie eine FU-Sprecherin mitteilte. Das Personalbudget aller Fachbereiche und Verwaltungsbereiche sei um rund zehn Prozent gekürzt worden. Im Wissenschaftsbereich treffe es laut der Sprecherin vor allem befristete Stellen – und damit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.
FU stellt viele Millionen weniger zur Verfügung
Wie sich das auf Studienplätze und Studienangebot auswirke, werde noch diskutiert, sagte die Sprecherin. Abschließende Entscheidungen gebe es noch nicht. Die Kürzungen sollen vollumfänglich in den kommenden acht bis zehn Jahren umgesetzt werden. Im vergangenen Wintersemester waren laut der Sprecherin 34.500 Studierende an der FU immatrikuliert.
„Die finanzielle Haushaltslage und die Budgetkürzungen sind große Herausforderungen, auch unsere Bausubstanz. Was das anbelangt, ist die Stimmung insgesamt bedrückend“, sagte TU-Präsidentin Fatma Deniz. Die TU muss eigenen Angaben zufolge bis Ende 2028 dauerhaft 65 Millionen Euro kürzen – 15 Prozent ihres Haushalts. Hinzu kommt ein Sanierungsstau von 2,4 Milliarden Euro; zahlreiche Gebäude sind marode.

Bereits 2025 hatte die TU angekündigt, 18 Strukturprofessuren sowie ein Vielfaches an Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende streichen zu müssen. Die Universität rechnete damals mit mindestens 5.000 weniger Studienplätzen.
Die TU ist zudem die einzige staatliche Hochschule, die die geänderten Hochschulverträge noch nicht unterzeichnet hat. Ex-Präsidentin Geraldine Rauch war im Februar nicht zum Unterzeichnungstermin erschienen. Ob Präsidentin Deniz dies nachholt, ließ sie in einem dpa-Interview im März offen. Im Oktober vergangenen Jahres zählte die TU rund 34.000 Studierende.











