Hassnachrichten, Medienrummel, Abstiegskampf
Marie-Louise Eta redet Klartext bei ihrer ersten Pressekonferenz
Aktualisiert am 17.04.2026 – 04:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Marie-Louise Eta hat bei Union Berlin ihre erste Pressekonferenz gegeben. Welche Rolle sie dabei bewusst klein hält, wird deutlich.
Der Medienraum in Köpenick war schon eine Viertelstunde vor Beginn prall gefüllt. Mehr als 40 Journalisten, darunter Vertreter aus Frankreich und Österreich, warteten auf Marie-Louise Eta. Es war die erste Pressekonferenz der 34-Jährigen als Cheftrainerin von Union Berlin und als erste Frau überhaupt in dieser Rolle in einer der fünf großen europäischen Männer-Fußballligen.
„Ich weiß, dass das eine gesellschaftliche Wirkung und Bedeutung hat und irgendwie auch eine Signalwirkung vielleicht“, sagte Eta. „Es ist auch schön, wenn sich dadurch vielleicht Wege und Türen öffnen, Inspiration dadurch geschaffen wird, dass auch junge Mädchen vielleicht sehen, was alles möglich ist.“ Zugleich betonte sie: „Mir geht es schon immer um Fußball, mir geht es um die Zusammenarbeit mit Menschen.“ Eine Vorreiterinnen-Rolle zu übernehmen, sei nie ihr Antrieb gewesen. Auch vor ihr habe es bereits Cheftrainerinnen von Männerteams gegeben, wenn auch nicht auf diesem Niveau.
Die Beförderung hatte international für Aufsehen gesorgt. Prominente Stimmen wie Bayern-Trainer Vincent Kompany und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerten sich positiv. Den Medienrummel der vergangenen Tage nahm Eta zwar wahr, ließ sich davon aber offenbar nicht ablenken: „Ihr könnt euch alle vorstellen, dass ich klar auch mitbekommen habe, dass außenrum viel passiert, aber letztlich ging es sofort los mit dem Arbeitsprozess.“ Ihr Kopf sei „voll mit viel Fußball und viel Arbeit und das ist auch gut so.“
Viele Nachrichten hätten sie erreicht, sagte sie – die meisten habe sie zunächst beiseitegelegt. Besonders die Nachrichten von Familie und engsten Freunden hätten ihr viel bedeutet. Und auch ihr Vorgänger Steffen Baumgart meldete sich: „Ich habe eine Sprachnachricht bekommen von Steffen und habe mich darüber sehr gefreut. Er hat viel Glück gewünscht für die nächsten Spiele und war sehr positiv und leidenschaftlich.“
Kommentare in sozialen Medien lese sie generell nicht, sagte Eta: „Das habe ich vorher auch nicht gemacht und jetzt eben war gar keine Zeit dafür.“











