Rekordwert bei Nebenkosten
Mieter müssen 900 Euro im Schnitt nachzahlen
16.04.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Mieter und Mieterinnen haben 2025 mehr als 3.000 Euro für Nebenkosten gezahlt. Das zeigt eine neue Auswertung. Die Energiekrise könnte dies verschärfen.
In Deutschland wohnt etwa die Hälfte der Menschen zur Miete – und das wird immer teurer. Denn nicht nur die Mieten steigen, vor allem in Großstädten und ihrem Umland, sondern auch die Nebenkosten. Laut einer Auswertung des Legaltech-Dienstleisters Mineko mussten Mieter 2025 im Schnitt 907 Euro an ihren Vermieter nachzahlen. Damit erreichen die Nebenkosten einen Rekordwert von durchschnittlich 3.049 Euro im Jahr.
Über die Auswertung berichtete zuerst die „Wirtschaftswoche“. Wie Mineko auf seiner Webseite mitteilt, waren im vergangenen Jahr von 149.000 geprüften Nebenkostenabrechnungen ganze 93 Prozent fehlerhaft. Im Jahr 2024 mussten Mieter und Mieterinnen im Schnitt 835 Euro nachzahlen – die Nebenkosten sind also seitdem deutlich gestiegen. Laut Angaben von Mineko-Gründer Chris Möller in der „Wirtschaftswoche“ steigen die Nebenkosten aktuell zwei- bis dreimal so stark wie die Inflation. Mineko bietet einen kostenpflichtigen Service zur Prüfung von Nebenkostenabrechnungen an.
Haupttreiber der Kostensteigerungen sind die Kosten für Gebäudeversicherungen und die Energiepreise. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind die Beiträge zu den Versicherungen zwischen 2024 und 2025 um 11,9 Prozent gestiegen. Das liegt größtenteils daran, dass die Kosten der Versicherungen sehr häufig an die Baukosten gekoppelt sind. Und die sind in den vergangenen Jahren unter anderem durch geopolitische Konflikte und Lieferengpässe stark gestiegen.
Aber auch die Energiepreise sind ein echter Kostentreiber. Zwar sind die Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs 2022 wieder spürbar gesunken; die Preise liegen aber noch immer deutlich über dem Vorkrisenniveau. Laut dem Energiekostenindex des Vergleichsportals Verivox haben sich die Energiekosten für Privathaushalte zwischen Januar 2021 und Dezember 2025 um 37 Prozent erhöht.
Aufgrund des Iran-Kriegs droht sich diese Lage nun weiter zu verschärfen. Binnen eines Monats hat sich die Inflationsrate in Deutschland von 1,9 auf 2,7 Prozent erhöht, vor allem wegen der gestiegenen Energiepreise. Die Preise für Haushaltsenergie lagen im März um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, insbesondere für Kraftstoffe und Heizöl mussten die Menschen deutlich mehr zahlen. Auch bei den Strom- und Gaspreisen kommt es zu Erhöhungen. Noch fallen diese leicht aus. Sollte die Krise jedoch lange andauern und im Winter der Gasverbrauch wieder steigen, könnte sich das ändern.
Bei den Mieterinnen und Mietern kommt das allerdings erst mit Verzögerung an. Die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2026 kann noch bis Ende 2027 ausgestellt werden. Erst dann werden viele die Auswirkungen direkt spüren.










