Er wolle „Hoffnung gegen Rechts“ organisieren, da viele Menschen nach jahrelangen Krisen frustriert und erschöpft seien, erklärt er weiter. Wie van Aken, der 2024 mit dem Spruch „Es sollte keine Milliardäre geben“ auf die Bühne kam, teilt auch Pantisano gegen „die Superreichen“ aus: „Sie handeln nach ihren eigenen Regeln, zetteln Kriege an, plündern den Sozialstaat.“
Als Ziel nennt er, die Zahl der Parteimitglieder von heute gut 120.000 auf 200.000 zu erhöhen. Er bekennt sich zur Begrenzung von Mandatszeiten auf zwei Legislaturperioden und zur Deckelung seines Gehalts als Abgeordneter.
Die Co-Vorsitzende Schwerdtner begrüßte die Kandidatur: „Ich freue mich sehr, dass Luigi Pantisano sich bereit erklärt, für die Partei Verantwortung zu übernehmen“, sagte sie. Als wachsende Partei brauche die Linke jede Kraft. „Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Partei, im Bundestag und in der Kommunalpolitik bringt er wichtige Fähigkeiten mit, um die Partei weiter gut aufzustellen.“ Mit dem Hinweis auf die Bundestagserfahrung spielt sie wohl darauf an, dass Pantisano wissenschaftlicher Mitarbeiter des ehemaligen Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger war. In der Partei ist er seit 2022 stellvertretender Landessprecher in Baden-Württemberg.
Ursprünglich hatte van Aken angekündigt, erneut mit Schwerdtner zu kandidieren. Beide waren im Oktober 2024 als Doppelspitze gewählt worden. Damals steckte die Partei mit Umfragewerten von nur noch zwei bis drei Prozent in einer tiefen Krise. Dem Duo gelang die Wende. Bei der Bundestagswahl 2025 zog die Linke mit 8,8 Prozent wieder ins Parlament ein. Inzwischen liegt sie bundesweit in Umfragen bei zehn bis elf Prozent Zustimmung. Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz scheiterte die Linke zuletzt aber an der Fünf-Prozent-Hürde.
Im Vergleich zu van Aken ist Pantisano in der Öffentlichkeit eher unbekannt. In seiner Bewerbung kündigt er an, Kreisverbände und „Betriebe im ganzen Land“ zu besuchen.
Heikel ist für die Linke das Thema Israel und Antisemitismus. Van Aken stand trotz vieler markiger Sprüche dabei für Ausgleich. Unklar ist, was von Pantisano, Mitglied des migrantischen Netzwerks Linkskanax in der Partei, zu erwarten ist.










