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Home » „Fischerpinte“ am Plötzensee schließt endgültig
Deutschland

„Fischerpinte“ am Plötzensee schließt endgültig

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 16, 2026
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„Fischerpinte“ am Plötzensee schließt endgültig

Bezirk setzt auf Naturschutz

Berliner Kultlokal am Plötzensee vor dem Aus

16.04.2026 – 04:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Die „Fischerpinte“ am Plötzensee (Archivbild): Laut Bezirksamt darf nicht neu verpachtet werden. (Quelle: IMAGO/imago)

Die „Fischerpinte“ am Berliner Plötzensee wird nach 35 Jahren nicht wieder öffnen. Der Bezirk lehnt eine weitere Nutzung ab.

Der Bootsverleih und Kiosk „Fischerpinte“ am Berliner Plötzensee wird nicht mehr öffnen. Betreiber Wolfgang Düring, der das Lokal im Bezirk Wedding 35 Jahre lang geführt hatte, ist im Februar gestorben. Das Bezirksamt Mitte hat klargemacht, dass es keinen neuen Pächter geben wird – die Fläche soll dauerhaft als Grün- und Erholungsanlage der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

Das Grundstück liegt im Landschaftsschutzgebiet „Volkspark Rehberge“ und ist nach dem Berliner Grünanlagengesetz als öffentliche Grünfläche ausgewiesen. „Ein Bootsverleih mit gastronomischer Nutzung ist im Landschaftsschutzgebiet nicht mit dem Umwelt- und Uferschutz vereinbar“, erklärte eine Sprecherin des Bezirksamts Mitte gegenüber der „Morgenpost“. Für eine Ausnahmegenehmigung hätte das Umwelt- und Naturschutzamt zustimmen müssen – der Schutz von Uferzonen sowie Nist- und Brutplätzen steht dem jedoch entgegen.

Dürings Mietvertrag verpflichtete ihn zum Rückbau von Stegen und Bootshaus nach Betriebsende. Diese Last geht nun auf seine Erben über, die das Erbe allerdings bereits ausgeschlagen haben. Das Amtsgericht muss nun klären, was mit Bootshaus und Stegen geschieht.

Gegen das drohende Ende formiert sich Widerstand aus dem Kiez. Stammgast Andaras Hahn will gemeinsam mit anderen einen Verein gründen und den Betrieb in neuer Form weiterführen. Ein 13-seitiges Konzept hat er bereits beim Bezirk eingereicht. „Es gibt nicht viele Orte wie diesen, wo man zwanglos in der Natur zusammensitzen kann“, sagtr er dem „Tagesspiegel“. „An der ‚Fischerpinte‘ treffen sich alte und junge Menschen, Schulklassen und Rentner.“ Hahn argumentiert zudem, dass die „Fischerpinte“ als Kontrollinstanz gewirkt habe, ohne sie könnten Vermüllung und Lärm am Ufer erst recht zunehmen.

Umweltstadtrat Christopher Schriner (Grüne) zeigte sich skeptisch. „Den Konflikt zwischen Umweltschutz und gewerblicher Nutzung gab es immer“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Einen Bootsverleih und Kiosk lehnt der Bezirk künftig ab. Einen bereits vor vier Jahren diskutierten Kompromiss, eine sogenannte Naturpinte mit Umweltbildungsangeboten, lässt Schriner ebenfalls nicht wiederaufleben: „Ich sehe nicht, dass wir aktuell die Mittel für ein Umweltbildungszentrum haben.“ Ob die „Fischerpinte“ in diesem Sommer noch einmal öffnet, gilt angesichts der ungeklärten Eigentumsfragen als unwahrscheinlich.

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