Scharfe Kritik nach Südafrika-Video
Vorwürfe gegen Sarah Engels: Das steckt dahinter
Aktualisiert am 15.04.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Video von Sarah Engels mit Kindern aus Südafrika schlug hohe Wellen. Ihr wird unter anderem „White Saviorism“ vorgeworfen. Die Sängerin wehrt sich.
Sarah Engels hatte auf Instagram ein Video geteilt, in dem sie mit Kindern in Südafrika ihren Song „Fire“ singt. Der Clip entstand beim Besuch einer Grundschule. Dazu schrieb die diesjährige ESC-Teilnehmerin, sie werde „diese funkelnden Augen, dieses Lachen, diese pure Freude“ nie vergessen. Doch der Beitrag hat viel Kritik hervorgerufen.
Nutzer warfen ihr vor, die Kinder zu benutzen, um das Lied zu bewerben. Denn während sie ihren Sohn Alessio und ihre Tochter Solea öffentlich kaum zeigt, waren die Gesichter der Grundschulkinder nicht unkenntlich gemacht worden. Ende 2024 erklärte Engels auf Instagram, sie habe sich dazu entschieden, „Content in Bezug auf die Kinder bewusster, bedachter und in einem Rahmen zu teilen, der sich für uns als Familie richtig anfühlt“. Die Privatsphäre der Grundschulkinder wurde hingegen augenscheinlich ignoriert.
Außerdem wurde ihr auch mehrfach ein „White Savior Complex“ vorgeworfen. Der Begriff bedeutet auf Deutsch etwa „Weißes Rettertum“ und beschreibt ein Phänomen, bei dem sich weiße Menschen aus dem Globalen Norden als Retter schwarzer Menschen berufen fühlen.
Aktionen, die zunächst als gute Absichten erscheinen, sind problematisch. Denn dahinter steckt die Annahme, dass weiße Menschen berechtigt sind, andere Menschen aufzuklären oder vor ihrer Armut zu retten, und steht für die angebliche Überlegenheit des „fortschrittlichen“ Weißen. Damit nimmt der sogenannte „White Savior“, also der „Weiße Retter“, eine bevormundende Position ein und erhebt sich über andere.
Nach dem ersten Aufschrei reagierte Sarah Engels im Interview mit „bleistiftrocker.de“ auf die Kritik. „Ich glaube ehrlicherweise, dass ganz viele wahrscheinlich nicht wirklich auf dem Schirm hatten, warum ich überhaupt da war. Ich habe ein ganz tolles Projekt oder mehrere Projekte dort in Südafrika kennenlernen dürfen. Projekte, die es seit über Jahrzehnten gibt, die auch lokal dort gefördert werden“, so die Sängerin.
Im Rahmen ihrer Stiftung „Starke Mädchen“ sei sie eingeladen worden, was sie „total schön fand“. „Einfach dort die Menschen kennenzulernen, die Kultur kennenzulernen“, erzählte sie. „Jeder, der mich kennt, weiß, ich reise total gerne. Ich liebe es, Menschen kennenzulernen, zu connecten“, erzählte sie. Das Video sei schließlich „nur entstanden“. „Es ist jetzt nichts, was geplant war oder irgendwas“, betonte sie. Dennoch habe sie sich die Kritik zu Herzen genommen und das Video gelöscht.











