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Home » Wird das Bier wegen der Krankenkassen-Reform teurer?
Politik

Wird das Bier wegen der Krankenkassen-Reform teurer?

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 14, 2026
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Wird das Bier wegen der Krankenkassen-Reform teurer?

Die aktuelle Alkoholsteuer liegt bei 1.303 Euro pro 100 Liter reinem Alkohol. Das bedeutet, für eine 0,7-Liter-Flasche Wodka mit 40 Prozent werden 3,65 Euro Steuern fällig. Die Finanzkommission schlägt nun eine schrittweise Erhöhung vor. Zum nächsten Jahr soll der Steuersatz um 17 Prozent, in den beiden darauffolgenden Jahren um jeweils zehn Prozent steigen. Das bedeutet, für die Wodka-Flasche würden 2029 7,29 Euro an Steuern fällig.

Allerdings: Die allgemeine Alkoholsteuer gilt nur für Spirituosen. Schaumwein, Bier und Wein werden jeweils anders abgerechnet. Denn während für Wein, abgesehen von der Mehrwertsteuer, gar keine Abgaben anfallen, sind es beim Schaumwein 136 Euro pro Hektoliter – also 1,02 Euro pro 0,75-Liter-Flasche. Bei Bier kommt es dagegen auf die Stammwürze an, die für den Alkoholgehalt entscheidend ist. Für eine Flasche typischen Biers werden demnach rund vier Cent Alkoholsteuern fällig. So viel zu den Zahlen.

Die Auflistung zeigt bereits: So einfach dürfte es mit der Mehreinnahme durch Alkohol für die Krankenkassen nicht werden. Dessen sind sich offenbar die Experten der Kommission bewusst. Konkrete Vorschläge gibt es nur für Schnaps. Trotz der grundsätzlichen Empfehlung, auch Bier und Wein höher zu besteuern, betont man: „Wie die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Konsequenzen einer höheren Besteuerung von Bier und Wein abzuwägen sind, ist letztlich politisch zu entscheiden; daher spricht die Kommission hierzu keine Empfehlung aus.“

Hinzu kommt: Die Biersteuer ist eine Ländersteuer, die Einnahmen könnten ohnehin nicht direkt dem Gesundheitssystem zugutekommen. Daher bezieht sich die GKV-Kommission vorerst nur auf Spirituosen. 570 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr so eingenommen werden. 2029 soll es bereits über eine Milliarde Euro sein.

Für den Suchtforscher Kiefer ist das zu wenig. Er fordert, dass auch Bier und Wein stärker besteuert werden müssen. So wurde die Biersteuer seit 1993 nicht angepasst. „Sie ist real entwertet“, betont der Experte. Dass zu Bier und Wein keine Vorschläge gemacht wurden, sei „nicht nachvollziehbar“. „Ethanol ist Ethanol – dem Körper ist es egal, ob der Alkohol aus einem Riesling oder einem Wodka kommt.“

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