Ihm wird Frauenfeindlichkeit vorgeworfen
ARD nimmt Denis Scheck in Schutz
10.04.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Zwei Buchkritiken von Denis Scheck in der ARD-Sendung „Druckdrisch“ lösten eine Sexismus-Debatte aus. Nun bezieht die ARD Stellung.
Seit über 20 Jahren bespricht Denis Scheck in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ die meistverkauften Bücher der „Spiegel“-Bestsellerliste. In der Folge vom 29. März nahm er sich unter anderem neue Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy vor – mit vernichtendem Urteil. Passmanns Buch beschrieb Scheck als „Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins“. Das Werk von Ildikó von Kürthy bezeichnete er als „Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit.“
Was folgte, war eine öffentliche Debatte über Sexismus. Die Autorinnen warfen Scheck Frauenfeindlichkeit vor. Jetzt äußerte sich auch die ARD dazu. Der Sender teilte auf dpa-Nachfrage mit: „In der Sendung ‚Druckfrisch‘ gibt es keinen Raum für Frauenfeindlichkeit. Der Redaktion ist der große Verdienst von Frauen für die Literatur sehr bewusst.“
Das Geschlecht der Autorinnen und Autoren spiele bei der literarischen Beurteilung keine Rolle. Rückblickend habe der Moderator in der betreffenden Sendung mehr Autorinnen gelobt als kritisiert. „Die ARD steht für Gleichberechtigung und eine vielfältige Darstellung von Perspektiven im Programm“, so der Sender weiter.
Scheck selbst meldete sich ebenfalls. Er bemühe sich seit 23 Jahren bei der Besprechung der Bestsellerlisten „auf engstem Raum um eine ebenso pointierte wie nachvollziehbare Bewertung höchst unterschiedlicher Texte“. Seine Besprechungen gälten, so der 61-Jährige, „den Werken, nicht ihren Urhebern oder Lesern“. In der März-Sendung habe er vier Bücher von Frauen „teilweise enthusiastisch gelobt, drei negativ besprochen“.
Zuvor hatten die Autorinnen klare Worte gefunden. Sophie Passmann warf Scheck auf Instagram vor, Bücher von Frauen „mit Arroganz und Herablassung“ zu behandeln. Von Kürthy reagierte in der „Zeit“ auf den Verriss ihres Buches. „Viele meiner Leserinnen haben mir geraten, diese bemüht bösartige Kritik zu ignorieren. Aber, ganz ehrlich? Das habe ich lange genug getan. Und jetzt bin ich endlich alt genug, um so eine Respektlosigkeit, so eine Verachtung der lesenden und schreibenden Frauen nicht mehr kommentarlos hinzunehmen.“
Auch Elke Heidenreich stellte Schecks Besprechungsstil in einem weiteren „Zeit“-Beitrag infrage und richtete ihre Kritik auch an die ARD: „Um Mitternacht vom Teleprompter abgelesene Bosheiten bewirken gar nichts. Im Guten nicht, im Schlechten nicht; dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos. Kulturauftrag sieht anders aus.“










