Eva Mattes‘ klare Meinung zum Jugendwahn
„Das wurde mir noch nie nahegelegt“
09.04.2026 – 15:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Seit vielen Jahrzehnten gehört sie zu den wichtigsten deutschen Schauspielerinnen: Eva Mattes. Im Gespräch mit t-online übt sie auch Kritik an ihrer Branche.
„Wir haben so einen Jugendzwang. Wir haben so einen Zwang von: Wir müssen unbedingt jung sein, und es geht immer nur um die Jugend“, sagt Eva Mattes zu t-online. Ein Satz, der hängen bleibt. Und ein Befund, der die Branche trifft.
Seit den Siebzigerjahren steht die Schauspielerin vor der Kamera, seit mehr als zehn Jahren für „Lena Lorenz“. Am 9. April startet die zwölfte Staffel der ZDF-Reihe. „Wir freuen uns jedes Jahr wieder, wenn wir uns wiedersehen. Wir sind wie eine Familie geworden. Ich habe nie gedacht, dass ich das so lange machen darf“, sagt die 71-Jährige über die Dreharbeiten.
Mattes begann ihre Karriere im Neuen Deutschen Film. Sie arbeitete unter anderem mit Regisseur Werner Herzog zusammen. Einem breiten Publikum wurde sie später als Kommissarin Klara Blum im „Tatort“ bekannt, die sie von 2002 bis 2016 spielte. Zudem steht sie bis heute auf der Bühne, etwa mit einem Programm über die Lyrikerin Mascha Kaléko.
Der Blick auf die Branche ist differenziert – und an manchen Stellen deutlich kritisch. Vor allem Rollenangebote für ältere Frauen sieht Mattes als Problem. „Es stimmt, dass man als Schauspielerin ab einem bestimmten Alter nur noch die Rolle der Mutter oder Großmutter angeboten bekommt“, sagt sie. Ihre Serienfigur in „Lena Lorenz“ biete ihr zwar Spielraum. Im Kino sieht sie jedoch eine Leerstelle – bis heute.
„Es wäre angebracht, wenn ein Kinofilm zum Beispiel von einer Frau in meinem Alter handeln würde, die noch mal die große Liebe erfährt. Diese Geschichten fehlen einfach noch zu oft. Dabei gäbe es genug davon zu erzählen“, sagt Mattes.
Der Fokus auf ein junges Publikum greift aus ihrer Sicht zu kurz. „Wir müssen die Jugend ins Theater holen und die Jugend ins Kino holen. Dabei sitzt die Jugend sowieso vor ihren Laptops und schaut andere Sachen“, sagt sie. „Ich glaube nicht, dass man die Jugend ins Theater oder irgendwo hineinbringt, bloß weil man etwas für die Jugend macht. Natürlich gehört das dazu. Aber wir werden immer älter, und ich glaube, dass ältere Leute auch wahnsinnig gerne ins Kino gehen. Aber es ist einfach nicht mehr so viel Angebot“, so Mattes.










