Skoda stellt Entwicklung vor
Diese Fahrradklingel hört man trotz Noise-Cancelling-Kopfhörern
09.04.2026 – 10:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine neue Fahrradklingel soll auch durch aktive Geräuschunterdrückung hindurch zu hören sein. Entwickelt wurde sie als Reaktion auf ein wachsendes Problem im Stadtverkehr.
Wer draußen mit Kopfhörern unterwegs ist, bekommt vom Verkehr oft weniger mit, als ihm lieb sein sollte. Gerade Modelle mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) filtern Umgebungsgeräusche gezielt heraus – darunter mitunter auch Fahrradklingeln. Genau hier setzt ein neues Konzept von Skoda an: Eine Klingel, deren Ton selbst von solchen Systemen nicht vollständig ausgeblendet werden soll.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der britischen University of Salford. Hintergrund ist die zunehmende Zahl von Radfahrern in Städten – bei gleichzeitig mehr Fußgängern, die Kopfhörer tragen. Untersuchungen zeigen, dass viele herkömmliche Klingeln durch ANC-Systeme stark gedämpft werden. Das kann zu gefährlichen Situationen führen, wenn Fußgänger herannahende Fahrräder zu spät wahrnehmen.
Die Entwickler haben deshalb untersucht, wie gängige Noise-Cancelling-Algorithmen arbeiten – und wo ihre Schwächen liegen. Dabei stießen sie auf einen schmalen Frequenzbereich zwischen 750 und 780 Hertz. Dieses sogenannte „Safety Gap“ wird von vielen Systemen nicht zuverlässig herausgefiltert.
Die neue Klingel nutzt genau diesen Bereich. Sie erzeugt gezielt Töne in diesem Frequenzfenster. Zusätzlich kommt eine zweite Glocke mit leicht abweichender Frequenz zum Einsatz. Ein speziell entwickelter Schlagmechanismus sorgt zudem für unregelmäßige Impulse. So entstehen Klangmuster, auf die die Algorithmen nicht schnell genug reagieren können.
In Versuchen zeigte sich laut den Entwicklern, dass Fußgänger mit ANC-Kopfhörern die Klingel deutlich früher wahrnehmen. Der Zugewinn liegt demnach bei bis zu 22 Metern zusätzlicher Distanz beziehungsweise rund fünf Sekunden mehr Reaktionszeit im Vergleich zu herkömmlichen Klingeln.
Getestet wurde das System zunächst unter kontrollierten Bedingungen, später auch im realen Stadtverkehr in London – unter anderem mit Fahrradkurieren. Dort habe sich die Klingel im Alltag bewährt.
Besonders ist: Die sogenannte Duobell kommt vollständig ohne Elektronik aus. Noch handelt es sich allerdings um ein Konzept. Skoda plant derzeit keine Serienproduktion, will die Forschungsergebnisse aber öffentlich zugänglich machen. Ziel ist es, die Diskussion über Sicherheit im urbanen Verkehr anzustoßen – und anderen Herstellern eine Grundlage zu liefern.











