Wie eingefroren
Was bei Parkinson in Freezing-Momenten hilft
Aktualisiert am 09.04.2026 – 09:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Ampel springt auf Grün um, aber Gehen geht gerade nicht. Bei Parkinson kann es zu „Freezing“-Momenten kommen. Lesen Sie, was in solchen Situationen hilft.
Wer Parkinson hat, kann seine Bewegungen schlechter steuern. Und manchmal geht kurz gar nichts: Im Verlauf der Erkrankung machen viele Patienten Bekanntschaft mit dem sogenannten Freezing. Davon ist die Rede, wenn Bewegungen „einfrieren“.
Ein Beispiel: Man möchte zum Handy, das im Nebenraum liegt und klingelt, kommt aber nicht von der Stelle. Eine derartige Blockade können Betroffene etwa auch bei offenen Türen oder Türschwellen erleben. Oder beim Umdrehen: Man möchte etwas aus dem Schrank nehmen, doch die Füße bleiben wie festgeklebt am Boden, während der Körper mitgeht. Das kann im schlimmsten Fall zu Stürzen mit komplizierten Knochenbrüchen führen.
Was ist Parkinson?
Die Parkinson-Krankheit ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn absterben, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dadurch kommt es vor allem zu Bewegungsstörungen wie Zittern (Tremor), Muskelsteifheit und verlangsamten Bewegungen. Auch Gleichgewicht, Sprache und Stimmung können betroffen sein. Die Krankheit tritt meist im höheren Alter auf und ist bislang nicht heilbar, kann aber mit Medikamenten und Therapien oftmals gut behandelt werden.
Aber wie kann man sich in solchen Momenten selbst helfen? Der Neurologe Prof. Andrés Ceballos-Baumann von der Schön Klinik in München-Schwabing, nennt ein paar Tipps:
1. Laut zählen
Eins, zwei, drei: Um sich aus der Starre zu lösen, können Betroffene probieren, laut zu zählen. „Das sorgt dafür, dass die Kontrolle des Gehens von den Hirnarealen, die nicht mehr gut funktionieren, in die noch gut funktionierenden Areale verlagert wird“, erklärt Ceballos-Baumann.
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2. Einen Richtungswechsel einlegen
Hilfreich kann es sein, einen Schritt zur Seite zu machen, um aus der Blockade herauszukommen.
3. Stock mit ausklappbarer Lasche
Dieses Hilfsmittel wird auch Anti-Freezing-Stock oder Parkinson-Stock genannt. Erleben Parkinson-Betroffene einen Freezing-Moment, können sie die Lasche, also einen kleinen Ausleger, am unteren Ende des Stocks, auf den Boden klappen. Er fungiert als visuelles Hindernis. Betroffene versuchen, über diese Linie hinwegzusteigen. Häufig unterbricht das den festgefrorenen Gangmechanismus und ermöglicht erste Schritte.
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4. Rollator mit Laserlinie
An manchen Rollatoren gibt es die Möglichkeit, per Knopfdruck eine Laserlinie auf den Boden zu werfen. Auch hier ist die Grundidee: Betroffene versuchen, über diese Linie hinwegzukommen, und lösen sich dadurch aus der Starre.
Wann zeigt sich Freezing bei Parkinson?
Etwa ab dem fünften Jahr nach der Diagnose leidet jeder zweite Mensch mit Parkinson unter Blockaden beim Gehen, manchmal mehrmals täglich. Das kann im Alltag nicht nur unangenehm sein, sondern auch zum Unfallrisiko werden. Denn Betroffene können dabei stürzen und in Gefahrensituationen geraten, etwa wenn sie die Straße überqueren. Freezing häuft sich zudem oftmals in geschlossenen Räumen, aber auch wenn Gänge oder Türrahmen durchschritten werden oder Personen in der Bewegung wenden. Auch bei Stress oder Angst kann Freezing verstärkt auftreten.










