Zahlreiche Verantwortliche wurden bereits festgenommen, viele der Täter sind unter 20 Jahre alt. Der niederländische Justizminister David van Weel betonte, mehrere festgenommene Jugendliche seien „höchstwahrscheinlich rekrutiert“ worden. Das lege den Schluss nahe, ein Akteur lagere Sabotageakte an lokale Kriminelle oder „unzufriedene Jugendliche“ aus, um „operative Unklarheit“ aufrechtzuerhalten.
Zudem haben einige Verdächtige offenbar gestanden, für ihre Teilnahme an den Anschlägen zwischen 500 und 1.000 Euro erhalten zu haben. Ein Jugendlicher soll laut der französischen Zeitung „Le Monde“ der Polizei erzählt haben, er sei über Snapchat angeworben worden.
Teilweise wissen die Täter offenbar nicht einmal, dass sie Terror im Auftrag des Iran ausüben. So erklären die Auftraggeber wohl immer wieder, es handele sich um persönliche Racheakte. „Von der iranischen Seite ist keinerlei Vorbereitung notwendig, außer Geld und Kontakten“, betont Schindler.
Offiziell hat sich der Iran nicht zu den Anschlägen bekannt. Allerdings verbreiten mehrere regierungsnahe Telegramkanäle die Taten, darunter auch die Revolutionsgarden. „Der Iran sagt so, dass er dahintersteckt, ohne es wirklich zuzugeben“, verdeutlicht Schindler.
Und so versucht der Iran, in den Mitteilungen der HAYI offenbar eine größere Erzählung zu kreieren. „Wir werden weiterhin US-amerikanische und israelische Interessen weltweit bedrohen, bis wir jedes Kind in Gaza, im Iran, im Libanon und in den Widerstandsnationen gerächt haben“, heißt es in einer Erklärung, die offenbar suggerieren soll, verschiedene Fronten hätten sich nun zu einer Terrorgruppe zusammengeschlossen. Schindler betont: „Es geht dabei vor allem darum, Angst zu machen.“
Dazu passen auch weitere Äußerungen des Iran. „Die Feinde Teherans könnten sich in Parks, Erholungsgebieten und an Touristenorten nicht mehr sicher fühlen“, hatte General Abolfasl Schekartschi, Sprecher der iranischen Streitkräfte, kürzlich im iranischen Staatsfernsehen erklärt.










