300 Tonnen Schokolade pro Jahr
Schokoladen-Riese ist insolvent
Aktualisiert am 04.04.2026 – 10:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Er belieferte die britische Krone und renommierte Kaufhäuser – jetzt ist Schluss: Ein traditionsreicher Schokoladenhersteller aus London kämpft ums Überleben.
Der renommierte britische Chocolatier Marasu’s Petit Fours ist insolvent, wie „Manchester Evening News“ zuerst berichtete. Als Insolvenzverwalter wurden Alessandro Sidoli und Jessica Barker vom Londoner Beratungsunternehmen Xeinadin Corporate Recovery Limited eingesetzt. Mit einer Produktion von über 300 Tonnen Süßwaren pro Jahr war das Unternehmen einer der größten Hersteller von Luxusschokolade in London. Produziert wurde in einer rund 2.300 Quadratmeter großen Anlage im Stadtteil Park Royal.
1986 von den Patissiers Rolf Kern und Gabi Kohler gegründet, wurde Marasu’s Petit Fours 2006 von der Prestat Group übernommen und belieferte seitdem unter anderem Prestat, Fortnum & Mason, Selfridges und Harrods. In den vergangenen Monaten geriet das Unternehmen jedoch zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.
Zuvor hatte bereits die Muttergesellschaft Prestat Insolvenz angemeldet. Der Onlineshop von Prestat bleibt weiterhin in Betrieb. Der traditionsreiche Chocolatier, gegründet 1902, schloss im Februar zudem sein historisches Geschäft in der Piccadilly Street in London. Die Schließung ist Teil eines sogenannten „Prepack“-Insolvenzdeals: Prestat soll vom Schokoladenhersteller L’Artisan du Chocolat übernommen werden, der zum Investmentunternehmen Polus Capital Management gehört.
Prestat verfügte über zwei königliche Lieferantenprivilegien (Royal Warrants) und belieferte unter anderem die britische Königsfamilie, darunter auch Prinzessin Diana. Das Wirtschaftsmagazin „The Economist“ zählte das Unternehmen 2003 zu den drei besten Schokoladengeschäften weltweit.
Die Schokoladenbranche kämpft seit einigen Jahren mit stark steigenden Kakaopreisen, da die Ernten in wichtigen Anbauländern wie Ghana und der Elfenbeinküste durch Krankheiten der Pflanzen sowie extreme Wetterbedingungen beeinträchtigt werden.











