„Es ging um Peanuts“, bekräftigte ihn Antje Höning. Die Begründung sei, wie schon beim Platzen der Verhandlungen mit CDU und Grünen im Jahr 2017, ein falscher Vorwand gewesen. Lindner, der beim Aus der Vorbereitungen der sogenannten Jamaika-Koalition schon FDP-Vorsitzender war, hatte damals angeführt, dass es besser sei, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.
„Ich fand, es war ein Fehler, dass das nicht zustande gekommen ist“, kritisierte Wissing in der Rückschau auf ein mögliches schwarz-gelb-grünes Bündnis. Ob man gut oder schlecht regiere, könne man schließlich selbst noch beeinflussen, wenn man erst einmal zueinandergefunden habe, sagte der ehemalige FDP-Politiker mit Blick auf die folgenschweren Worte seines ehemaligen Parteichefs.
Die Versuche von Moderator Markus Lanz, Lindner noch direkter oder gar auf einer persönlichen Ebene zu attackieren, wies Wissing von sich. „Ich habe keine negativen Gefühle ihm gegenüber; ich hoffe, er mir gegenüber auch nicht“, erklärte er.
Allerdings sagte Wissing auch, dass seit dem Ampel-Aus zwischen ihm und dem Ex-FDP-Chef Funkstille herrsche. „Wir hatten das letzte Gespräch am 6. November 2024, nachdem der Bundeskanzler Herrn Lindner entlassen hat“, so der Ex- Bundesverkehrsminister, der seinerzeit als einziger Liberaler für die kurze Übergangszeit bis zum Regierungswechsel im Scholz-Kabinett verblieb und sogar zusätzlich das Justizressort von FDP-Mann Marco Buschmann übernahm.
Das zweite Thema des Abends machte deutlich, dass sich die deutsche Politik eine Nabelschau und eine rückwärtsgewandte Diskussion wie im ersten Teil der TV-Diskussion eigentlich gar nicht leisten kann. Der Blick des Wissenschaftlers Andreas Fulda und des deutsch-chinesischen Journalisten Felix Lee richtete sich dahin, wo im ungünstigen Fall über die ökonomische und politische Stabilität Deutschlands entschieden wird: nach China und Taiwan.
Seit Jahren herrscht zwischen Peking und Taipeh ein tiefes Misstrauen. Während die chinesische Führung die Insel Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiets beansprucht, wehrt sich die Bevölkerung dort gegen eine solche Vereinnahmung und hält an der Unabhängigkeit als Demokratie fest.
Ein offener militärischer Konflikt blieb bis heute aus. Die chinesische Regierung treffe aber alle erdenklichen Vorbereitungen für den Ernstfall und fahre jetzt schon täglich Cyberattacken, erläuterte Fulda.











