Sommerurlaub bedroht
Ryanair-Chef warnt vor Flugstreichungen
02.04.2026 – 21:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Europas größte Airline sieht Risiken für den Sommerflugplan. Teures Kerosin und wegbrechende Verbindungen setzen die Branche weltweit unter Druck.
Ryanair-Chef Michael O’Leary hat vor möglichen Flugstreichungen im Sommer gewarnt. Sollten Teile der Treibstoffversorgung ausfallen, müssten Airlines Kapazitäten reduzieren, sagte er Sky News.
Auslöser ist der Krieg im Nahen Osten. Die Blockade der Straße von Hormus erschwert den Transport von Öl und treibt die Preise. Für Fluggesellschaften wird damit nicht nur der Treibstoff teurer – auch die Versorgung selbst wird unsicher.
O’Leary verwies zunächst auf den Kostendruck. Ryanair habe zwar einen Großteil seines Treibstoffs abgesichert, sagte er Sky News. Für den restlichen Anteil müsse die Airline inzwischen aber fast doppelt so viel zahlen wie zuvor. Dazu kommt, dass die Lieferungen von Flugbenzin derzeit stocken. Konkret geht es nach seinen Angaben um Lieferungen aus Kuwait, bei denen unklar sei, wann und auf welchem Weg sie Europa erreichen.
Sollte der Konflikt andauern, könnten im Mai und Juni Teile dieser Lieferungen ausfallen. Das Risiko liege bei „etwa 10 bis 25 Prozent“. Für den Sommer stellte er klar: „Sollte ein Risiko für 10 oder 20 Prozent der Treibstoffversorgung bestehen, müssten wir Flugstreichungen oder Kapazitätsreduzierungen in Betracht ziehen.“
Am stärksten zeigen sich die Folgen des Kriegs schon jetzt im Verkehr zwischen Europa und Asien. Wichtige Drehkreuze am Golf wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi fallen durch den Konflikt weitgehend aus. Ein großer Teil der bisherigen Verbindungen entfällt.
Diese Lücke trifft den Markt besonders hart. Vor dem Krieg wickelten Golf-Airlines einen erheblichen Anteil des Verkehrs zwischen Europa und Asien ab. Jetzt werden Flüge nach Asien teurer, Verbindungen seltener. In mehreren Ländern haben Airlines ihre Treibstoffzuschläge deutlich erhöht, teilweise wurden Preise kurzfristig angehoben.
Auch in Europa reagieren Airlines bereits. Die Fluggesellschaft Aurigny aus Guernsey, einer der selbstverwalteten Kanalinseln der britischen Krone, hat Flüge auf die Nachbarinseln gestrichen. Auch die Nachfrage sei durch den Konflikt gesunken, berichtet der „Independent“. Alle Neubuchenden bei Aurigny müssen nun einen „vorübergehenden Treibstoffzuschlag“ zahlen. Das seien „proaktive Maßnahmen, um auf die Auswirkungen globaler Instabilität zu reagieren“, so das Unternehmen.
Skybus stellte eine Verbindung zwischen Cornwall und London ein. Geschäftsführer Jonathan Hinkles erklärte, der „massive Anstieg der Treibstoffkosten“ werde durch einen Rückgang der Buchungen verschärft.
Dass die Entwicklung auch größere Airlines trifft, zeigt ein Blick nach Skandinavien: SAS hat allein für April angekündigt, rund 1.000 weniger rentable Verbindungen zu streichen.











