Traditionsfirma nach Insolvenz gerettet
„Beatles-Bass“ wird weiter in Bayern gebaut
Aktualisiert am 02.04.2026 – 08:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Höfner bleibt: Der legendäre „Beatles-Bass“ wird weiter Franken gebaut – mit neuen Besitzern.
Rettung für das Traditionsunternehmen Höfner: Der insolvente Musikinstrumentenhersteller, bekannt für den „Beatles-Bass“, hat eine Zukunftslösung gefunden. Bereits unmittelbar nach Eröffnung des Verfahrens sei ein Käufer gefunden worden, teilte der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Hubert Ampferl, mit.
Die GEWA music GmbH mit Sitz im sächsischen Adorf übernehme vom 1. April an den Geschäftsbetrieb und führe den Standort im fränkischen Baiersdorf als Betriebsstätte weiter. Das sichert den Erhalt von 24 Arbeitsplätzen sowie der weltweit renommierten Marken Höfner und Paesold. Den Angaben zufolge übernimmt die Streetlife Music GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft von Thomann und GEWA, die beiden Marken, die so langfristig weitergeführt werden könnten.
Höfner wurde 1887 gegründet und ist besonders für den sogenannten Violinbass bekannt, einen halbresonanten E-Bass in Geigenform. Dieser erlangte dank Beatlis-Musiker Paul McCartney weltweite Berühmtheit unter dem Namen „Beatle-Bass“. Seit den frühen 1960er-Jahren spielte McCartney bei seinen Auftritten mit den Beatles regelmäßig auf dem Modell Höfner 500/1.
McCartney hatte sich mit Bedauern auf die Insolvenz des fränkischen Instrumentenbauers geäußert. „Es ist sehr traurig zu sehen“, schrieb McCartney auf Instagram. „Höfner baut seit über 100 Jahren Instrumente, ich kaufte meinen ersten Höfner-Bass in den Sechzigern“, so der Musiker, der damals mit seiner Band zu Weltruhm gelangte. „Ich habe das Instrument immer geliebt“, schrieb McCartney. Zu seinem Post teilte er ein Foto von sich aus früheren Jahren mit einem Höfner-Bass.
Für Medienecho hatte eine Bass-Gitarre aus Baiersdorf von McCartney zudem nach einem Diebstahl gesorgt. Das Instrument, auf dem Sir Paul unter anderem die ersten beiden Alben der legendären britischen Band einspielte, war seit 1972 vermisst worden – vermutlich gestohlen. Vor etwa zwei Jahren tauchte das berühmte Instrument wieder auf, nachdem sich auch der fränkische Hersteller in die Suche eingeschaltet hatte.
Nun bleibt die handwerkliche Kompetenz in Baiersdorf erhalten. Instrumente von Höfner, darunter die legendären „Beatles-Bässe“, Streichinstrumente und Bögen sollen weiterhin dort gefertigt werden, hieß es. Dies gelte auch für die Premium-Streichinstrumente und –Bögen der Marke Paesold.
Die Vertriebsrechte für Instrumente und Zubehör der Marke Höfner liegen künftig exklusiv in Europa bei der Thomann GmbH und für Länder außerhalb Europas bei der GEWA music GmbH, wie es weiter hieß. Diese hat zudem die Vertriebsrechte für die Marke Paesold weltweit.
Über das Vermögen der Karl Höfner GmbH & Co. KG mit einer über 130-jährigen Unternehmensgeschichte war den Angaben zufolge am 1. März das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.










