Das steckt dahinter
BMW sammelt jetzt Bilddaten aus Kundenautos
01.04.2026 – 11:20 UhrLesedauer: 2 Min.
BMW will ab April Bilddaten aus Kundenfahrzeugen nutzen. Die Entwicklung ist Teil eines größeren Trends in der Autoindustrie.
BMW will künftig auf Bilddaten aus Kundenfahrzeugen zugreifen. Ab dem 1. April 2026 kann der Hersteller in Deutschland entsprechende Daten aus neuen Modellen erheben, darunter der iX3 und der kommende i3.
Erfasst werden sogenannte Umfeldvideodaten. Dabei geht es nicht um eine dauerhafte Aufzeichnung, sondern um konkrete Situationen im Straßenverkehr. Dazu zählen etwa Eingriffe des Notbremsassistenten, kritische Spurwechsel auf der Autobahn oder plötzliche Ausweichmanöver. In solchen Momenten speichern die Fahrzeuge gezielt Kamerabilder aus der Umgebung sowie weitere Informationen wie Geschwindigkeit, Fahrtrichtung oder Lenkwinkel.
Im Video | Mit diesem Auto will BMW wieder richtig durchstarten
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Mit diesen Daten will BMW seine Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme weiterentwickeln. Reale Verkehrssituationen liefern den Entwicklern zusätzliche Erkenntnisse, die sich in Simulationen oder auf Teststrecken nur eingeschränkt abbilden lassen. Verbesserungen sollen später per Software-Update in die Fahrzeuge gelangen.
Die Nutzung der Daten ist an Bedingungen geknüpft. Fahrer müssen der Erhebung aktiv zustimmen, eine Teilnahme ist freiwillig. Die Einwilligung kann zudem widerrufen werden. Nach Angaben des Herstellers werden Gesichter und Kennzeichen – soweit technisch möglich – bereits im Fahrzeug unkenntlich gemacht. Eine Identifikation einzelner Personen soll nicht stattfinden. Außerdem werde die Fahrzeugidentifikationsnummer nach der Übertragung gelöscht, sodass sich die Daten nicht mehr einem konkreten Auto zuordnen lassen.
Für die Hersteller sind vor allem Situationen interessant, in denen Assistenzsysteme an ihre Grenzen kommen oder eingreifen. Dazu gehören Begegnungen mit Fußgängern und Radfahrern, unübersichtliche Kreuzungen oder Parkplätze. Neben Kamerabildern spielen dabei auch Sensordaten sowie äußere Bedingungen wie Wetter oder Licht eine Rolle.
Der Hintergrund: Moderne Assistenzsysteme sind in vielen Neuwagen inzwischen vorgeschrieben. Notbremsassistenten, Spurhalte- und Geschwindigkeitswarner gehören zur Pflichtausstattung in der EU. Gleichzeitig arbeiten die Hersteller an weitergehenden Funktionen bis hin zum automatisierten Fahren. Dafür benötigen die Systeme möglichst viele reale Daten aus dem Straßenverkehr.
Mit der zunehmenden Datennutzung rückt auch der Datenschutz stärker in den Fokus. In Europa gelten vergleichsweise strenge Vorgaben. Seit 2025 regelt zudem der EU Data Act, dass Nutzer Zugriff auf ihre Daten haben und diese auch löschen oder weitergeben können. Verbraucherschützer fordern dennoch mehr Transparenz darüber, welche Informationen Fahrzeuge tatsächlich erfassen und wie sie verwendet werden.










