Seltene Antilope
Bongo-Bulle Fitz reist nach Kenia – und soll seine Art retten
01.04.2026 – 02:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Frankfurter Zoo züchtet seit 1970 Östliche Bongos. Jetzt reist Bulle Fitz nach Afrika – mit einer Mission, die über Frankfurt weit hinausgeht.
Er ist im Frankfurter Zoo aufgewachsen – und soll nun helfen, eine der weltweit seltensten Antilopen vor dem Aussterben zu bewahren. Am 20. März reiste der drei Jahre alte Bongo-Bulle Fitz in den Safari Park Dvůr Králové in Tschechien.
Dort bereitet er sich gemeinsam mit vier weiteren Bullen aus Zoos in Berlin, Tschechien, der Slowakei und Dänemark auf seine Weiterreise nach Kenia vor. Ihr Ziel: der Mount Kenya Nationalpark – der angestammte Lebensraum der Östlichen Bongos, in dem aktuell keine freilebenden Exemplare mehr vorkommen.
Der Zoo Frankfurt hält Östliche Bongos seit 1970. „1973 kam das erste in Europa geborene Kalb in Frankfurt zur Welt – insgesamt waren es bislang 29“, erklärt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger. „Östliche Bongos sind in der Natur bereits an einigen Orten ausgestorben. Die Zeit drängt also.“
Dezernentin für Kultur und Wissenschaft Ina Hartwig sagt: „Ich bin stolz darauf, dass der in Frankfurt geborene Fitz Teil dieses wichtigen internationalen Artenschutzprojektes ist.“
Die fünf Bullen wurden nach Alter und Genetik für das Programm ausgewählt und vor der Abreise tierärztlich untersucht, teilt die Stadt Frankfurt in einer Pressemitteilung mit. Der Safari Park Dvůr Králové hat langjährige Erfahrung mit dem Transport großer Huftiere nach Afrika. Nach der Quarantäne werden die vier geeignetsten Bullen erneut untersucht, bevor es für sie weiter nach Kenia geht.
Dort nimmt der Kenya Wildlife Service (KWS) die Tiere in Nairobi in Empfang. Anschließend kommen sie in die Mount Kenya Wildlife Conservancy (MKWC) – eine vom Staat unterstützte private Einrichtung am Rand des Nationalparks, in der derzeit 100 Östliche Bongos leben.
Dr. Robert Aruho, Leiter der MKWC, sagt: “Nachdem wir den Meilenstein von 100 Östlichen Bongos in der Mount Kenya Wildlife Conservancy erreicht haben, konzentrieren wir uns nun auf ein nachhaltiges Wachstum der Population mit dem langfristigen Ziel, bis 2050 eine Population von mindestens 750 Tieren aufzubauen.“
Die Rückkehr in die Wildnis ist ein schrittweiser Prozess: Die Gehege werden immer größer, die menschliche Betreuung sukzessive reduziert, das Zufüttern eingestellt. Irgendwann sollen die Gatter geöffnet werden – und Bongos wieder frei durch den Mount Kenya Nationalpark streifen.











