Digitalisierung
Anmeldestart zur Steuererklärung mit einem Klick
Aktualisiert am 31.03.2026 – 12:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Steuererklärung so einfach wie Online-Shopping? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Der Turbo-Service per Elster-App steht kurz bevor. Doch es gibt auch Vorbehalte.
Die mit einem einzigen Klick auf dem Smartphone zu erledigende Steuererklärung rückt näher: Von diesem Dienstag an (31. März) können sich die ersten Interessierten registrieren. Der Service startet zunächst für ledige, kinderlose Beschäftigte sowie für Rentner, die darüber hinaus keine weiteren Einkünfte haben – zum Beispiel aus Vermietung. Das teilten die Finanzminister von Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit. Die Option steht aber Steuerzahlern in allen Bundesländern zur Verfügung.
Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) erläuterte: „Ab Juli erhalten angemeldete Nutzer dann eine fertige Steuererklärung direkt auf ihr Smartphone, die sie nur noch mit einem Klick absenden müssen“. Von der neuen Elster-App-Funktion könnten gleich zu Beginn rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige profitieren.
Die Betreffenden erhalten von den Finanzämtern eine fertige Steuererklärung mit allen vorhandenen individuellen Daten für das Steuerjahr 2025 sowie eine Vorschau auf den Steuerbescheid. Wenn alles passt, senden Sie die Erklärung mit einem Klick ab. Änderungen oder Anpassungen seien selbstverständlich vor Versand jederzeit noch möglich, betonten die Finanzminister. Die Anwendung werde schrittweise auch für andere Gruppen erweitert.
„Steuererklärung war lange ein Synonym für Papierstapel und Stress – das gehört der Vergangenheit an“, unterstrich NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU). Mit der „MeinElster+“-App gehe Deutschland einen wichtigen Schritt bei der Digitalisierung der Steuererklärung, betonte auch Niedersachsens Finanzminister Gerald Heere (Grüne). „Unser Anspruch ist, dass Behördengänge so einfach werden wie Online-Banking oder Online-Shopping“, ergänzte der baden-württembergische Amtschef Danyal Bayaz (Grüne).
Die Steuererklärung im Schnellverfahren ist allerdings nicht unumstritten. So warnen etwa Lohnsteuerhilfen Nutzer vor finanziellen Einbußen. Auch der Chef der Steuersoftware Wiso-Steuer wies bei t-online auf einen grundlegenden Konflikt zwischen den Interessen des Staates und den Interessen der Steuerzahler hin. „Das Finanzamt will korrekte und vollständige Steuern einziehen. Wir dagegen helfen den Bürgern, jede legale Ersparnis für sich zu nutzen. Wer einen amtlichen Entwurf ungeprüft akzeptiert, sollte also wissen, dass er damit womöglich Geld verschenkt“, warnte er.
Der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG), Florian Köbler, hingegen begrüßt die Einführung einer vorausgefüllten Steuererklärung. „Genau das fordern wir seit Jahren: Die Technik soll die Arbeit machen – nicht der Bürger. Dass ab Juli elf Millionen Menschen eine fertige Steuererklärung bekommen und nur noch bestätigen müssen, ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Köbler auf Anfrage von t-online. „Aber ich will ehrlich sein: Die Rakete steht auf der Startrampe. Jetzt braucht sie Treibstoff. Und der Treibstoff sind Daten.“











