Laborwerte, Stadien, Lebenserwartung
Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und ihre Folgen
Aktualisiert am 31.03.2026 – 09:52 UhrLesedauer: 6 Min.
Eine chronische Pankreatitis hat weitreichende Konsequenzen. Welche das sind und was bei dauerhafter Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu tun ist, erfahren Sie hier.
Die Bauchspeicheldrüse (der Pankreas) ist ein etwa 15 bis 20 Zentimeter langes Organ im oberen, hinteren Bauchraum, welches wichtige Aufgaben erfüllt. Unter anderem produziert sie Verdauungssäfte, die für die Verwertung von Nahrungsfetten wichtig sind. Zudem bildet sie die Botenstoffe Insulin und Glukagon, die dafür sorgen, dass der Blutzuckerspiegel auf einem gesunden Niveau bleibt.
Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) wird das Organ nach und nach immer weiter zerstört. Dabei wird das gesunde Gewebe durch narbiges Bindegewebe ersetzt, wodurch die Bauchspeicheldrüse dauerhaft immer schlechter arbeiten kann. Sie ist zunehmend schlechter in der Lage, die erwähnten Aufgaben zu erfüllen – mit belastenden und teils gefährlichen Folgen.
Chronische Pankreatitis – diese Beschwerden ruft sie hervor
Zunächst äußert sich die Pankreatitis in erster Linie durch starke Schmerzen im Oberbauch, welche häufig gürtelförmig in die Seiten und in den Rücken ausstrahlen und über Tage anhalten können. Auch Übelkeit und Erbrechen zählen zu den typischen Symptomen.
Wenn die Bauchspeicheldrüse so stark geschädigt ist, dass sie zu wenig Verdauungssäfte bildet, kann der Körper Fett und fettlösliche Vitamine nicht mehr wie gewohnt verwerten. Die Betroffenen bemerken das in der Regel an Blähungen und Durchfall. Hinzu kommt, dass sich die Konsistenz ihres Stuhls verändert: Dieser nimmt ein glänzendes, lehmfarbenes und klebriges Erscheinungsbild an. Fachleute sprechen von „Fettstuhl“ oder „Steatorrhö“.
Außerdem verlieren die Erkrankten an Gewicht und entwickeln unter Umständen Mangelerscheinungen. Letztere können sich etwa in einer gestörten Blutgerinnung oder Nachtblindheit äußern.
Ist es der Bauchspeicheldrüse nicht mehr möglich, genügend von den für die Blutzucker-Regulation nötigen Botenstoffe herzustellen, kann sich darüber hinaus ein Diabetes entwickeln.
Chronische Pankreatitis – wie oft treten Schübe auf?
Eine chronische Pankreatitis geht typischerweise mit wiederkehrenden entzündlichen Schüben einher, welche mit Schmerzen verbunden sind. Wie oft die Schübe auftreten und wie genau sie sich anfühlen, lässt sich nicht pauschal für alle Betroffenen sagen, sondern ist unterschiedlich.
Manche Personen mit einer chronischen Pankreatitis haben immer wieder sehr schmerzhafte Schübe, die mehrere Tage andauern können und zwischen denen annähernd schmerzfreie Phasen liegen. Die „Pausen“ dauern dabei oftmals mehrere Monate.
Andere Erkrankte – insbesondere jene, bei denen Alkohol die Ursache ihrer Erkrankung ist – haben keine schmerzhaften Schübe, sondern verspüren immerzu Schmerzen.
Bei etwa 15 von 100 Erkrankten macht sich die chronische Pankreatitis gar nicht durch Schmerzen bemerkbar, sondern gleich durch die Folgen der Organschädigung – also unter anderem einen Gewichtsverlust und/oder Mangelerscheinungen.
Chronische Pankreatitis – welche Laborwerte sind verändert?
Um eine chronische Pankreatitis festzustellen, ist eine umfassende ärztliche Diagnostik notwendig. Die Ärztin oder der Arzt wird als Erstes ein ausführliches Gespräch mit der erkrankten Person führen, um sich ein Bild von deren Beschwerden zu verschaffen – und von deren Trinkgewohnheiten. Da langjähriger hoher Alkoholkonsum weltweit eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung ist, muss sich die Ärztin oder der Arzt auch danach erkundigen, wie viel Alkohol die oder der Betroffene regelmäßig trinkt.
Dann finden verschiedene Untersuchungen statt. Zum einen können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie dabei helfen, den Zustand der Bauchspeicheldrüse zu beurteilen. Zum anderen wird die Ärztin oder der Arzt der betroffenen Person Blut abnehmen und sie um eine Stuhlprobe bitten. Die Proben gehen an ein Labor, damit die Mengen bestimmter Stoffe ermittelt werden können. Die Laborwerte können wichtige Hinweise darauf geben, wie gut die Drüse noch arbeitet.











