Wanderung durch die Erdgeschichte
Geheimnisvolle Schlucht am Main: Frühlingsausflug ab Frankfurt
Aktualisiert am 27.03.2026 – 21:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer einen kurzen Ausflug ins Grüne sucht, wird in Unterfranken fündig. Dort liegt eine Schlucht. Wer sie durchwandert, erlebt die Erdgeschichte hautnah.
Die Tage werden länger, der Frühling ist in Hessen angekommen. Da wächst die Lust auf den ersten Wanderausflug des Jahres. Wer von Frankfurt aus nicht lange unterwegs sein will, sollte Klingenberg am Main ins Auge fassen. Die Kleinstadt am Main ist von Weinbergen umgeben und punktet bei Wanderern mit einer besonderen Schlucht.
Die Seltenbachschlucht gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Diesen Titel erhielt sie 2011 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Der damalige Chef-Geologe Roland Eichhorn sagte laut Internetseite der Stadt: „Wer die Seltenbachschlucht durchwandert, dem werden 250 Millionen Jahre Erdgeschichte vor Augen geführt.“
Ganz ohne Grund fällt dieses Lob nicht. Die Schlucht entstand durch monsunartigen Starkregen und gewaltige Flutwellen, die die Gegend des heutigen Spessarts vor Jahrmillionen verwüsteten. Dabei wurden Sand und Geröll meterhoch aufgeschichtet. Später verfestigten sie sich zu Buntsandstein.
In der Eiszeit schnitten sich Flüsse dann tief in das Gestein ein. So entstand am Ende auch die Seltenbachschlucht. Geologe Eichhorn sagte schon 2011: „Die Seltenbachschlucht verrät viel über Bayerns wechselvolle Klimageschichte.“
Heute ist das Geotop ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Vom Stadtzentrum aus führt der Weg über zahlreiche kleine Brücken bergauf. Weil dabei nur etwas mehr als 100 Höhenmeter zu bewältigen sind, eignet sich die Tour auch für Familien und Menschen, die keine geübten Wanderer sind. Barrierefrei ist der Weg allerdings nicht.
Beim Spaziergang lohnt sich ein genauer Blick über den Wegesrand hinaus. Mit etwas Glück lassen sich Feuersalamander entdecken. Die Schlucht gilt als einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen die streng geschützten Tiere noch heimisch sind. Deshalb ist es verboten, den Wanderweg zu verlassen.










