Nach internem Zerwürfnis
Deutsche Bahn trennt sich von Finanzvorständin
Aktualisiert am 26.03.2026 – 19:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Deutsche Bahn trennt sich von Finanzvorständin Karin Dohm. Zuvor kam es zu einem internen Zerwürfnis.
Die Deutsche Bahn und Finanzvorständin Karin Dohm beenden ihre Zusammenarbeit einvernehmlich. Das teilte der Konzern in einer Pressemitteilung am Donnerstagabend mit. Die Entscheidung stehe ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit den zuletzt öffentlich diskutierten Vorwürfen und Mutmaßungen, hieß es. Der Aufsichtsrat habe sich damit eingehend befasst und sehe keinen Anlass für einen Vertrauensentzug. Es gebe keine Zweifel an Dohms fachlicher Qualifikation, Integrität oder ordnungsgemäßer Amtsführung.
In der Begründung wies die Bahn stattdessen auf unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausgestaltung ihrer Position sowie auf zentrale Differenzen bei Fragen der Unternehmensentwicklung hin.
In den vergangenen Wochen wurde bereits berichtet, dass der Bahn-Vorstand in einem Schreiben an Aufsichtsratschef Werner Gatzer die Abberufung Dohms gefordert hatte. Demnach hieß es in dem Brief, das Vertrauensverhältnis zu Dohm sei „nachhaltig, tiefgreifend und unwiederbringlich gestört“. Eine konstruktive Zusammenarbeit im Vorstand sei demnach nicht mehr möglich.
Unter anderem hatte eine von Dohm unterzeichnete Gesellschafteranweisung im Dezember, die eine Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Service vorsah, für Unmut im Konzern gesorgt. Ihre Entscheidung hatte sie damals wohl getroffen, ohne vorher die verschiedenen Interessengruppen zu konsultieren. Vor allem der Konzernbetriebsrat soll sich daran gestoßen haben.
Dohm hatte als Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach gearbeitet und war dann im Frühjahr 2025 zum Autozulieferer Conti gewechselt, wo sie aber auch nur wenige Monate blieb. Nun ist auch ihr Aufenthalt bei der Deutschen Bahn nach wenigen Monaten im Amt vorbei.
Am Freitag will die Bahn ihre Bilanz für 2025 vorstellen und einen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuletzt bereits gemeldet, dass der chronisch unpünktliche Fernverkehr den Staatskonzern mit Abschreibungen tief in die roten Zahlen gedrückt hat. Unter dem Strich liegt das Minus der Bahn für 2025 demnach bei insgesamt 2,3 Milliarden Euro und damit noch höher als 2024.











