18 Modelle von billig bis teuer
Kinderhelme im Test – keiner ist rundum gut
24.03.2026 – 09:41 UhrLesedauer: 3 Min.
Was taugen Fahrradhelme für Kinder? Das sollte ein Test von 18 Modellen zeigen. Das Ergebnis ist etwas ernüchternd, doch es gibt auch Lichtblicke.
Viele Eltern achten darauf, dass ihre Kinder beim Radfahren einen Helm tragen. Ein aktueller Test von Stiftung Warentest und ADAC zeigt: Nicht der Preis ist immer ausschlaggebend für die Qualität – und rundum gute Modelle sind selten.
Die Tester nahmen 18 Kinderfahrradhelme von gängigen Anbietern unter die Lupe. Die Preise reichten von 15 bis 100 Euro. Bewertet wurden vor allem der Unfallschutz (55 Prozent), die Handhabung (40 Prozent) und mögliche Schadstoffe (5 Prozent). Neben Laborprüfungen floss auch ein Praxistest mit Kindern und Eltern in die Bewertung ein.
Das Ergebnis: Kein Helm erreicht die Gesamtnote „gut“. 16 Modelle schneiden mit „befriedigend“ ab, zwei nur mit „ausreichend“. Andersherum zeigt der Test aber auch, dass alle geprüften Helme bei einem Unfall grundsätzlich vor schweren Kopfverletzungen schützen.
Auffällig: Ausgerechnet das günstigste Modell liegt vorn. Der „Crivit Kinder-Fahrradhelm mit Rücklicht“, der für Lidl produziert wird und rund 15 Euro kostet, erhält die Gesamtnote 2,6. Zwei weitere Modelle folgen knapp dahinter, darunter der „Lazer Nutz 2.0 KinetiCore“ und der „Uvex Oyo“. Beim Unfallschutz erreichen nur zwei Helme ein „gut“.
Dass kein Modell insgesamt besser abschneidet, liegt auch an strengeren Prüfanforderungen. Neu bewertet wurden unter anderem die Gurtsysteme. Dabei geht es etwa um den sogenannten Mikroschlupf – also darum, ob sich Riemen während der Fahrt ungewollt lockern. Auch wurde getestet, ob sich Verschlüsse unbeabsichtigt öffnen oder wie stabil die seitlichen Gurtteile sind.
Gerade in diesen Details zeigen sich Schwächen. Einige Helme lassen sich nur umständlich einstellen oder sitzen nicht stabil genug. Auch beim Tragekomfort gibt es Unterschiede. So wiegt das schwerste Modell im Test fast doppelt so viel wie das leichteste, ohne beim Schutz besser abzuschneiden.
Zwei Helme fallen besonders negativ auf: Der „Abus YouDrop“ und der „Melon Urban-Active“ bieten laut Test nur einen ausreichenden Unfallschutz, unter anderem im Bereich der Schläfen. Beim Modell von Melon stellten die Tester zudem fest, dass sich das Gurtband während der Fahrt lockern kann.
Unabhängig vom Abschneiden einzelner Modelle gilt: Ein Helm erhöht die Sicherheit deutlich. Selbst die schwächeren Produkte schneiden besser ab als gar kein Schutz. Und die eine gute Nachricht zum Schluss: Schadstoffprobleme wurden in keinem der getesteten Helme festgestellt.
Zwischen Kinnriemen und Hals sollten zwei Finger passen. Bleibt ein längeres Stück restlicher Riemen übrig, sollte man den mit Schlaufen so sichern, dass die Kinder nirgends hängen bleiben können.










