„Man hört Atemgeräusche und Brummen“
Großwal kämpft an Ostseeküste um sein Leben
Aktualisiert am 23.03.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 2 Min.
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Ein mächtiges Tier liegt im flachen Wasser und versucht, wieder freizukommen. Aus eigener Kraft schafft der Wal es aber wohl nicht.
Ein Großwal ist an der Ostseeküste in der Lübecker Bucht gestrandet. Das Tier wurde in der Nacht zum Montag im Ortsteil Niendorf der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Der Wal sei noch am Leben, Einsatzkräfte der Polizei sowie die Wasserschutzpolizei seien vor Ort, um ihm zu helfen. Dabei holen sich die Beamten eigenen Angaben zufolge Rat von Biologen.
Laut Polizei handelt es sich bei dem Tier möglicherweise um den Buckelwal, der zuletzt mehrfach in der Ostsee vor der deutschen Küste gesichtet worden war – unter anderem in der Flensburger Förde und in der Lübecker Bucht.
Jetzt kämpft dieser Wal offenbar auf einer Sandbank um sein Leben. Wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten, liegt er im flachen Wasser, bläst und versucht, sich zu befreien, indem er sich hin und her bewegt. Aus eigener Kraft schaffe das Tier es aber offenbar nicht.
Vor Ort seien viele Schaulustige. Die Polizei habe den Bereich rund um die kleine Seebrücke am Hafeneingang abgesperrt. „Der Wal bewegt sich leicht und man hört Atemgeräusche und leichtes Brummen“, berichtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) wollen das Tier nun begutachten, vermutlich von einem Boot aus. Dabei sei es wichtig, dass der Wal nicht noch zusätzlich gestresst wird, sagte Joseph Schnitzler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ITAW.
Anders als in der Nordsee kann das Tier in der flacheren Ostsee nicht von der Tide wieder zurück ins tiefere Wasser gezogen oder gespült werden. „Das ist alles sehr schwierig“, sagte Schnitzler.
Anfang des Monats war der Wal im Wismarer Hafen aufgetaucht. Damals hatten Einsatzkräfte den Wal weitgehend von einem Netz befreit, in dem er sich zuvor verfangen hatte. Mitte März sowie am vergangenen Freitag hatte die Meeresschutzorganisation Sea Sheperd mitgeteilt, den Wal vor Boltenhagen bzw. Travemünde von weiteren Netzresten befreit zu haben.
Es habe sich definitiv um den Wal gehandelt, der bereits Anfang März im Hafen von Wismar Aufsehen erregt hatte. Das sei an den teils gleichen Leinen zu erkennen, die am Wal hingen, aber auch an der Rückenflosse.
Geraten Pottwale in flaches Wasser, funktioniert ihr Ortungssystem nicht mehr so gut. Pottwale, die weit über 2.000 Meter tief tauchen können, orientieren sich hauptsächlich über ein Echoortungs-System, das auf große Tiefen ausgelegt ist.











