Neuauflage der Koalition
Grüne in Baden-Württemberg wollen mit CDU sondieren
Aktualisiert am 19.03.2026 – 15:00 UhrLesedauer: 3 Min.
„Wir wissen um unsere Verantwortung“, sagt Südwest-Wahlsieger Cem Özdemir – und lädt die CDU nun offiziell zu Gesprächen ein. Es gab bereits erste Kontakte.
Die Grünen in Baden-Württemberg wollen mit der CDU über eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition verhandeln. Die Partei hat die Christdemokraten zu einem offiziellen Sondierungsgespräch in den nächsten Tagen eingeladen. Ziel des Gesprächs sei es, Koalitionsverhandlungen vorzubereiten, um eine neue Landesregierung zu bilden, teilte der Landesverband mit. Zeit und Ort solle die CDU bestimmen. „Wir wollen ein neues Kapitel im Buch der Geschichte Baden-Württembergs aufschlagen“, betonte Grünen-Politiker Cem Özdemir in der Mitteilung.
Grüne und CDU regieren im Südwesten bereits seit 2016 miteinander. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) trat zur Landtagswahl nicht mehr an. „Grüne und CDU stehen für die Kontinuität einer stabilen und verlässlichen Regierung“, sagte Özdemir. „Genau darum wird es auch in den nächsten Wochen gehen: eine stabile und verlässliche Regierung zu bilden, auf die sich die Menschen die nächsten fünf Jahre verlassen können.“
Das Land stehe vor großen Herausforderungen, die man angehen werde, so Özdemir weiter. „Wir wollen die Veränderung unserer Wirtschaft gestalten, den geopolitischen Herausforderungen begegnen, die Quellen zukünftigen Wohlstands erschließen und unsere Umwelt schützen“, betonte er. „Wir wissen um unsere Verantwortung. In diesem Geist wollen wir die Gespräche mit der CDU aufnehmen.“
Die Grünen stellen in dem Schreiben auch klar, dass sie bei der Landtagswahl gewonnen haben. Auf sie seien die meisten der für die Sitzverteilung im Landtag ausschlaggebenden Wählerstimmen entfallen – „und damit der Auftrag zur Bildung einer Regierung“.
Bei der Landtagswahl am 8. März waren die Grünen mit 30,2 Prozent überraschend knapp stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen jedoch beide Parteien über jeweils 56 Mandate – eine ungewöhnliche Pattsituation. In der CDU war unmittelbar nach der Wahl die Forderung aufgekommen, sich die Amtszeit des Ministerpräsidenten mit den Grünen zu teilen. Özdemir hatte das abgelehnt.
Eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition gilt derzeit als einzige realistische Option für eine Regierungsbildung. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen die übrigen im Landtag vertretenen Parteien aus. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gab es in den vergangenen Tagen bereits mehrfach informelle Gespräche zwischen den beiden Parteien – und auch zwischen Hagel und Özdemir.
Schon am Wahlabend hatte Wahlsieger Özdemir die CDU zu einer Neuauflage der Koalition aufgerufen und von einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“ gesprochen. CDU-Landeschef Manuel Hagel betonte wenige Tage später, eine „beliebige Verlängerung von grün-schwarz“ werde es nicht geben. „Es sind jetzt zwei gleich starke Partner“, sagte er der Schwäbischen Zeitung. Die CDU werde konstruktiv in Gespräche gehen, ihre inhaltlichen Positionen aber nicht aufgeben. Als Mehrheitsbeschaffer für eine linke Politik stehe man nicht zur Verfügung.










