Hitzige Debatte bei „Wahlarena“
Neue Umfrage schürt Spannung – Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Wahl
Aktualisiert am 13.03.2026 – 05:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Das TV-Duell von Schweitzer und Schnieder war eher ein Duett. Zusammen mit den fünf anderen Spitzenkandidaten und Zuschauern geht es zwei Tage später kontroverser zu.
Als die sieben Spitzenkandidaten die „Wahlarena“ des SWR betreten, ist die neue Umfrage zur Sonntagsfrage noch ganz frisch – und klar: In den vergangenen zehn Tagen bis zur Landtagswahl müssen alle noch mit voller Kraft um Stimmen kämpfen.
Kontrovers debattiert wird in der Live-Sendung gut zwei Stunden um Krankenhaussterben, Medizinstudienplätze, Industriearbeitsplätze, Förderschulen, Pflege, Spritpreise, Wahlalter, Straßenausbaubeiträge und Wohnen. Dabei stellen außer den Moderatoren Sascha Becker und Daniela Schick auch Bürger Fragen.
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und sein Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) sprechen sich als „Herr Kollege“ an, wirken streckenweise – wie bei ihrem direkten Duell zwei Tagen zuvor im SWR – schon wie künftige Koalitionäre. Bei Themen wie einem umstrittenen Sonderurlaub für eine Landesbeamtin, die Krankenhauslandschaft, Bildung und den kommunalen Finanzen ist Schnieder angriffslustig – und kann damit auch punkten.
Nach der kurz vor der Sendung veröffentlichten ARD-Vorwahlumfrage von Infratest liefern sich CDU und SPD (29 zu 28 Prozent) noch immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eine schwarz-rote oder rot-schwarze Koalition scheint derzeit die wahrscheinlichste Regierungskoalition nach der Wahl am 22. März.
Mit 19 Prozent im Vergleich zu Februar unverändert würde der Umfrage zufolge die AfD abschneiden. Die Grünen kämen auf 8 Prozent, das wäre ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat. Während die Linke mit unverändert 5 Prozent die Chance auf einen Einzug in den Landtag hätte, würden die Freien Wähler diesen mit aktuell 4,5 Prozent – und damit einem halben Prozentpunkt weniger als im Februar – knapp verpassen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 6,5 Prozent, darunter die FDP, die der Umfrage zufolge derzeit unterhalb von 3 Prozent liege.
Für die ARD-Vorwahlumfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.534 Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz befragt.
Schweitzer gibt sich staatsmännisch, als erfahrener tatkräftiger Regierungschef – mitunter auch humorvoll. „Ich finde, dass wir das beste Bundesland der Welt sind“, antwortet er auf die Frage, was ihm für die Zukunft Mut macht.
Zwei Bürgern, die von einer überlasteten Förderschule und von der Ungewissheit eines Pflegeplatzes für eine Tochter mit Behinderung berichten, verspricht er, sich dem persönlich anzunehmen. In der Debatte um die gescheiterte Ansiedlung eines Unternehmens für Batteriespeicher in der Westpfalz, sagt er mit Blick auf Kommunen und Bund: „Mein Vorschlag ist, dass wir uns alle unterhaken. Es geht um den Industriestandort Deutschland.“
Schweitzer greift keinen der anderen Spitzenkandidaten an – mit einer Ausnahme: AfD-Landeschef Jan Bollinger. Als ein syrischer Flüchtling mit deutschem Pass im Publikum davon berichtet, wie sehr er und sein in Deutschland geborener Sohn unter Hass und rassistischer Stimmung leiden, und Bollinger sagt, seine Partei sei „keinesfalls gegen Ausländer als solche“, wirft ihm Schweitzer unter anderem „Heuchelei“ vor.











