250 Meter langer Riss in der Erde
Schweizer Dorf droht die Evakuierung
11.03.2026 – 15:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Durch mehrere Hochwasser entsteht ein Riss in der Erde. 500.000 Kubikmeter Erde werden damit instabil. Für ein Dorf in der Schweiz könnte das ernsthafte Folgen haben.
Nachdem sich ein 250 Meter langer Riss in der Erde gebildet hat, droht die Evakuierung des Dorfes Chippis in der Schweiz. Das berichteten mehrere lokale Medien. Nach Angaben des Schweizer Rundfunks SRF war die Bruchstelle bereits im Oktober entdeckt worden. Seitdem werde sie durch Geologen überwacht.
Der Hauptriss sei demnach zwischen 80 Zentimetern und einem Meter breit und befinde sich in der Nähe des Dorfes Grimnetz oberhalb von Chippis. Dort gibt es laut den Experten auch mehrere sekundäre Verwerfungen. Die instabile Masse soll rund 500.000 Kubikmeter umfassen.
Durch Chippis fließt der Fluss Navizence. Sollte es zu einer Ablösung der Erdmassen kommen, könnte der Fluss durch das Geröll verstopft werden und es könnte zur Bildung eines temporären Sees und zu Hochwasser kommen, berichtete der SRF. In diesem Fall wäre zusätzlich auch die Stromversorgung des gesamten Tales, in dem mehrere weitere kleine Gemeinden liegen, gefährdet. Deshalb soll bis zum Sommer eine Notstromleitung installiert werden, hieß es. In Chippis werde die Lage durch die Behörden aufmerksam beobachtet.
Wie am Dienstag durch die örtliche Verwaltung in dem Dorf bekannt gegeben wurde, seien bereits Plätze in den Zivilschutzräumen der umliegenden Gemeinden für den Fall einer Evakuierung reserviert worden. In Chippis leben rund 1.500 Menschen.
Wie der SRF unter Berufung auf die zuständigen Geologen berichtete, sei der Riss als Folge des Hochwassers in den Jahren 2018 und 2024 entstanden. Damals soll das Bett des Flusses Navizence durch die Wassermengen geschwächt worden sein. Das Problem dabei: Das Flussbett habe als Fundament für den darüber liegenden Hang gedient. Ohne die Stütze hätten die Erdmassen deshalb begonnen, abzurutschen. Das habe schließlich zu einer Bodensenkung geführt, hieß es weiter.
Der Riss wird laut dem Bericht durch verschiedene Messinstrumente überwacht. Auch eine Drohne sei wöchentlich im Einsatz, um den Riss aus der Luft zu beobachten. Die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern sei gebeten worden, sich dem Riss nicht zu nähern. Denn es sei möglich, dass sich die gesamte Masse auf einmal löst. Das wäre das „Katastrophenszenario“, erklärte ein Geologe. Aktuell gingen die Geologen aber davon aus, dass es mehrere kleinere Ablösungen geben wird.










