Hauptquartier auf sieben Etagen
Hamburger Kultmarke zieht ins Schanzenviertel
11.03.2026 – 02:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Fritz-Kola verlässt sein nüchternes Büro in Hammerbrook. Das neue Hauptquartier im Schanzenviertel birgt ein besonderes Stück Unternehmensgeschichte.
Der Hamburger Getränkehersteller Fritz-Kola verlässt sein bisheriges Büro an der Spaldingstraße in Hammerbrook und zieht ins Herz des Schanzenviertels. Ende Juni 2026 soll der Umzug in die Schanzenstraße abgeschlossen sein – sieben Etagen, klar strukturierte Arbeitsflächen und eine sogenannte „Fritz-Kola-Welt“ inklusive.
Laut Unternehmen soll das neue Gebäude neben Büroflächen eine komplette Etage mit Meetingräumen, Labor- und Sensorikbereiche sowie Tasting- und Experience-Bereiche beherbergen. Anders als der bisherige Standort in Hammerbrook soll die neue Unternehmenszentrale im Szeneviertel auch von außen als Fritz-Kola-Hauptsitz erkennbar sein.
Einen besonderen Platz im 1. Obergeschoss bekommt ein Einrichtungsstück aus der Gründungszeit: der Original-Tresen aus dem Studierendenwohnheim, in dem Gründer Mirco Wolf Wiegert 2003 die Fritz-Kola-Rezeptur entwickelte. Das Möbelstück soll Teil der dortigen Küchen- und Barfläche werden – als sichtbares Symbol der Unternehmensgeschichte.
„Mit dem Umzug unseres Basecamps, unseres Büros, geht es für uns zu unserer Keimzelle, ganz nah bei Fans und Gastro, mitten ins Herz der Stadt“, sagt Wiegert. Co-Geschäftsführer Florian Weins ergänzt: „Wir fügen uns als guter Nachbar ins Viertel ein: ein Haus, das Neugier weckt – zum Einzug und darüber hinaus. Afterwork, Togetherness und tragfähige Beziehungen zu Kunden und Lieferanten entstehen hier genauso selbstverständlich wie neue Ideen.“
Die bestehende Einrichtung soll laut Unternehmen möglichst weiterverwendet werden, um Ressourcen zu schonen.
Der Umzug kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Fritz-Kola mit einigem Gegenwind zu kämpfen hat. Ende Januar hatte das Unternehmen nach einer Testphase angekündigt, im Frühjahr 2026 mit dem bundesweiten Verkauf von Getränkedosen zu starten. Für eine Marke, die seit ihrer Gründung ausschließlich auf Mehrwegflaschen aus Glas gesetzt und das stets lautstark vertreten hatte, war das ein umstrittener Kurswechsel, der bei vielen Fans für Ärger sorgte.
Anfang März kam der nächste Dämpfer: Die Nachricht, dass Fritz-Kola den CDU-Bundesparteitag als Sponsor unterstützt hatte, löste bei der Anhängerschaft Häme und Empörung aus. Hinzu kamen Vorwürfe der Gewerkschaft NGG, die moniert hatte, dass Fritz-Kola weder einen Betriebsrat noch eine Tarifbindung habe. Für eine Marke, die sich öffentlich für Vielfalt und Demokratie, gegen Obdachlosigkeit und gegen Rechts engagiert und mit Sprüchen wie „käuflicher als grönland“ eine große Fangemeinde aufgebaut hat, ist das ein ungemütlicher Vorwurf.
Fritz-Kola wurde 2002 von zwei Studenten in Hamburg gegründet, 2003 kam die erste Kola auf den Markt. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 340 Mitarbeiter und erwirtschaftet mit Colas, Limonaden und Schorlen Millionenumsätze – zunehmend auch im Ausland.









