Markt unter Druck
Brauerei aus Hamburg muss Insolvenz anmelden
08.03.2026 – 11:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Umsatz sinkt. So viel wie früher wird heute nicht mehr getrunken. Das merkt jetzt auch eine Brauerei aus Hamburg. Sie hat Insolvenz angemeldet.
Der deutsche Biermarkt steckt in der Krise – und die erreicht nun auch Hamburg. Für die Landgang Brauerei in Bahrenfeld hat das Amtsgericht Hamburg Anfang März eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Wie aus dem Beschluss hervorgeht, reagierte das Gericht damit auf einen Insolvenzantrag der Landgang Brauerei GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg-Bahrenfeld. Ziel der Maßnahme ist es, das Vermögen des Unternehmens zu sichern und die wirtschaftliche Lage zu prüfen, bevor über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entschieden wird. Zuvor hatte das „Abendblatt“ berichtet.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Kévin Paul-Hervé Tanguy bestellt. Die Geschäftsführung darf seitdem nur noch mit seiner Zustimmung über Vermögenswerte verfügen. Zudem wurden Schuldner des Unternehmens aufgefordert, Zahlungen nicht mehr direkt an die Brauerei zu leisten.
Für Biertrinker bedeutet das vorerst keine Veränderungen. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters wird an beiden Standorten weiter produziert. Auch Veranstaltungen sollen wie geplant stattfinden. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld zunächst bis Ende April gesichert.
Von der wirtschaftlichen Schieflage sind rund 60 Beschäftigte betroffen, darunter viele Minijobber. Besonders bitter: Erst im Sommer 2025 hatte Landgang die traditionsreiche Kieler Craft-Brauerei Lille aus einem Insolvenzverfahren übernommen. Mit dem Schritt wollte das Unternehmen seine Produktion ausweiten und wirtschaftlich stärker werden.
Doch die Erwartungen erfüllten sich offenbar nicht. Statt der geplanten höheren Produktionsmengen wurde zuletzt deutlich weniger Bier gebraut als erhofft.
Hinter Landgang stehen unter anderem der Brauer Sascha Bruns und Betriebsleiter Karsten Fiedler als Geschäftsführer. Weitere Gesellschafter sind der Unternehmer Lars Großkurth sowie der Hamburger Gastronom Tim Becker. Die Brauerei wurde 2015 gegründet – damals noch unter dem Namen Hopper Bräu – und gehörte zu den bekanntesten Vertretern der Craft-Beer-Szene in Hamburg.
Die wirtschaftlichen Probleme treffen eine Branche, die insgesamt unter Druck steht. Der Bierabsatz in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. 2025 lag er laut Branchenzahlen nur noch bei rund 7,8 Milliarden Hektolitern – ein historischer Tiefstand. Neben der allgemeinen Konsumzurückhaltung spielt auch ein gesellschaftlicher Wandel eine Rolle. Viele Menschen trinken weniger Alkohol, zudem verändert sich die Altersstruktur der Bevölkerung.
Für kleinere Brauereien kommt ein weiterer Faktor hinzu: Handwerklich gebrautes Bier ist deutlich teurer in der Herstellung als Massenware. Entsprechend liegen die Verkaufspreise oft deutlich höher als bei großen Marken.










