Vorerst hält sich also das stabile Hochdruckgebiet über Mitteleuropa. Doch erste Anzeichen sprechen dafür, dass sich die Großwetterlage verändern könnte. „Einige Modellrechnungen deuten darauf hin, dass sich die Westströmung wieder stärker durchsetzen könnte. Dann würden wieder häufiger Tiefdruckgebiete nach Mitteleuropa ziehen, mit mehr Wolken, zeitweiligem Regen und insgesamt wechselhafterem Wetter“, erklärt Jung. „Aber auch dann bleibt es eher mild, es ist kein Kaltlufteinbruch in Sicht“, so die Prognose des Wetterexperten.
Entscheidend ist dabei die Entwicklung über dem Atlantik. Dort verstärkt sich derzeit die sogenannte Frontalzone – ein Bereich, in dem sich Tiefdruckgebiete bilden und nach Europa ziehen.
„Die großen globalen Wettermodelle – vor allem das europäische ECMWF-Modell und das amerikanische GFS – zeigen derzeit ähnliche Grundtendenzen“, führt der Meteorologe Jung weiter aus. „Beide rechnen zunächst mit anhaltendem Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa und damit mit mildem, sonnigem Wetter. Unterschiede zeigen sich vor allem in der Entwicklung nach der Monatsmitte.“
Dem kräftigen Polarwirbel zwischen Kanada und Grönland kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da er die Wetterdynamik über dem Atlantik verstärkt. Meteorologen gehen davon aus, dass die stabile Wetterlage spätestens in der zweiten Märzhälfte allmählich ins Wanken geraten könnte.
„Ein größerer Kaltlufteinbruch ist im März grundsätzlich ebenfalls noch möglich, da sich die atmosphärische Zirkulation in dieser Jahreszeit häufig rasch verändert“, sagt Jung. Derzeit gebe es jedoch in den meisten Modellrechnungen keine deutlichen Hinweise auf eine ausgeprägte winterliche Phase. „Dennoch gilt der März meteorologisch als Übergangsmonat, in dem sowohl frühe Wärme als auch spätere Kälterückfälle auftreten können. Das gilt auch für den April.“ Kaltlufteinbrüche seien also möglich, aber noch sei nichts in Sicht.











