Ungewöhnliche Ursache
Menschen fallen plötzlich bewusstlos um
Aktualisiert am 05.03.2026 – 10:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Feuerwehr rückt zu einem ABC-Alarm aus, im Foyer eines Kurzentrums liegen ohnmächtige Menschen. Die Ursache hat einen natürlichen Ursprung.
In Nordrhein-Westfalen sind fünf Menschen in und an einem Kurzentrum verletzt worden. Die Feuerwehr rief am Mittwochmorgen in Horn-Bad Meinberg einen ABC-Alarm der Stufe 3 aus. Das heißt: Eileinsatz wegen einer größeren, durch einen atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoff ausgelösten Lage.
Vor dem Zentrum klagten drei Menschen über Probleme, im Foyer lagen ein Mann und eine Frau, beide bewusstlos: Die Frau, eine Reinigungskraft, war von ihrem Ehemann ohnmächtig im Keller gefunden und nach oben gebracht worden. Dort klappte auch er zusammen.
Unter schwerem Atemschutz holten die Feuerwehrleute das Paar nach draußen. Nach einer ersten medizinischen Behandlung seien beide noch im Rettungswagen wieder ansprechbar gewesen, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg. Das Ehepaar kam in ein Krankenhaus.
Den Grund für die Ohnmacht zeigte ein im Keller installiertes Gerät an: Die CO2-Warnanlage bestätigte, dass eine massiv erhöhte Konzentration von Kohlenstoffdioxid vorlag.
Die Kurstadt Horn-Bad Meinberg liegt über einer besonderen geologischen Formation, die viel Kohlendioxid enthält. Im aktuellen Fall war das Gas nach Angaben des Feuerwehrsprechers aus einer sogenannten Mofette ausgetreten, einer natürlichen Austrittsstelle für CO2. Sie befinde sich in der Nähe des Kurzentrums. Am Vortag habe es Wartungsarbeiten an der Mofette gegeben. Dabei sei ein Deckel entfernt worden.
Aus noch ungeklärter Ursache habe sich dann ein Druck aufgebaut und das Gas sei aus dem Boden durch eine schlammige Schicht ausgeströmt. Dabei habe es geblubbert und gezischt. „Das konnte man hören und man konnte es auch tatsächlich sehen“, sagte der Sprecher. Weil Kohlendioxid schwerer als Luft ist, strömte es anschließend in den Keller des Kurzentrums in der Nähe.
Wegen der Kohlendioxid-Konzentration auch in der Umgebung wurde der historische Kurpark abgesperrt und das Kurgastzentrum entlüftet. In dem Park befindliche Praxen wurden evakuiert. Am Abend konnte der Gasaustritt nach 15 Stunden Einsatzzeit weitestgehend kontrolliert werden, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Feuerwehr war mit rund 120 Kräften im Einsatz.










