Krieg im Nahen Osten
Spritpreise steigen auch in München stark an
Aktualisiert am 01.03.2026 – 21:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Benzin und Diesel kosten auch an Münchens Tankstellen aktuell so viel wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Und die Preise könnten noch weiter ansteigen.
Tausende Kilometer liegen zwischen München und den Kriegsgebieten im Nahen Osten – doch der Konflikt macht sich auch hierzulande bemerkbar: an der Tankstelle. Seit sich die Lage in der Region verschärft hat, sind die Spritpreise auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren geklettert.
Der Preis für einen Liter Super (E5) in München lag laut einer Verbraucher-Analyse des SWR am 1. März bei im Mittel 1,83 Euro. Damit erreichte das Preisniveau im Vergleich zum bundesweiten Mittelwert den höchsten Preis seit Sommer 2024. Im Vergleich zu Ende Dezember 2025, als der Literpreis noch bei 1,72 Euro lag, bedeutet dies einen Anstieg von 11 Cent.
Auch E10 ist so teuer wie lange nicht: 1,77 Euro je Liter kostet er in München im Mittel aktuell. Zuletzt wurde ein solcher Durchschnittspreis bundesweit im Mai 2024 erreicht. Im Dezember waren es noch 1,64 Euro. Den stärksten Sprung macht Diesel: 1,75 Euro pro Liter sind der höchste Mittelwert seit April 2024. Wer im Dezember noch 1,58 Euro zahlte, greift heute 17 Cent tiefer in die Tasche.
Haupttreiber hinter den steigenden Preisen ist der Rohölmarkt, der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran unter starkem Druck steht. Einerseits drohen Lieferausfälle aus der ölreichen Islamischen Republik. Weit schwerwiegender ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus – der schmalen Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die täglich rund ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte fließt.
Seit Beginn der Angriffe haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die Meerenge offenbar eingeschränkt: Schiffe wurden wiederholt per Funk aufgefordert, die Durchfahrt zu unterlassen, ihre Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Oman meldete zudem einen Angriff auf einen Öltanker im Bereich der Meeresenge. Jede ernsthafte Blockade hätte nach Einschätzung von Analysten unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt.
Das Ölkartell OPEC+ hat am Wochenende bereits reagiert: Acht Förderländer, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, kündigten nach einer Online-Sitzung an, ihre Tagesproduktion ab April um 206.000 Barrel zu steigern – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 137.000 Barrel. Begründet wurde der Schritt mit stabilem Wirtschaftsausblick und niedrigen Ölvorräten; den Krieg im Nahen Osten erwähnte die Gruppe mit keinem Wort.
Zum Vergleich: Die globale Ölproduktion lag Anfang 2026 bei 106,6 Millionen Barrel täglich. Die OPEC+-Erhöhung ist damit ein vergleichsweise kleines Signal – und würde im Falle einer Hormus-Blockade bei Weitem nicht ausreichen, um die Märkte zu beruhigen.










