„Sehr enges Verhältnis“
Dieser Verlust prägte Steffen Henssler fürs Leben
27.02.2026 – 16:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit neun Jahren verliert Steffen Henssler seine Mutter. Wie dieser Verlust den Hamburger TV-Koch bis heute prägt – und antreibt.
Heute kennt man Steffen Henssler als Entertainer. Der TV-Koch aus Hamburg hat immer einen markigen Spruch auf Lager, ist schlagfertig und wirkt meist gut gelaunt. Vor allem in seiner Show „Grill den Henssler“ zeigt sich der 53-Jährige als Inbegriff einer Rampensau.
Doch hinter der öffentlichen Figur und dem Starkoch steht eine schmerzhafte Kindheitserfahrung. Mit neun Jahren verliert Henssler seine Mutter. Sie stirbt mit 33 Jahren an Krebs. Im Podcast „Ungeskriptet by Ben“ spricht er offen über diese Zeit – und darüber, wie sehr ihn der frühe Verlust geprägt hat.
Er wuchs bei seiner Mutter in Thesdorf, einem kleinen Ort bei Pinneberg, auf. „Wir hatten ein sehr, sehr gutes, sehr enges Verhältnis“, erinnert sich Henssler. Er beschreibt eine behütete Kindheit mit kurzen Wegen und viel Freiheit.
Mit ihrem Tod ändert sich für den Neunjährigen alles. Er zieht zu seinem Vater nach Hamburg. Neue Schule, neue Mitschüler, neue Stadt. „Deine ganzen Freunde waren weg. Dein ganzes Umfeld war weg“, sagt Henssler rückblickend.
Sein Vater Werner war damals ein bekannter Gastronom, viel unterwegs, fest im Hamburger Nachtleben verankert. Statt eines geschützten Übergangs sei er direkt in dieses Leben hineingerutscht. „Ich habe ganz viel mit mir selber ausgemacht“, sagt Henssler. Über Trauer sei kaum gesprochen worden. Er beschreibt diese Zeit wie eine Hülle, die sich über ihn gelegt habe. Oft sei er nach der Schule Umwege gegangen, um allein zu sein.
Zwei Dinge seien damals zusammengekommen: der Tod der Mutter und der komplette Neustart in Hamburg. Gleichzeitig habe er früh verstanden, wie schnell alles vorbei sein kann. „Wenn du es als Neunjähriger so vor die Wand fährst und so serviert bekommst“, sagt er, „dann bleibt dir gar nichts anderes übrig.“ Man könne daran zerbrechen – oder einen anderen Weg wählen.
Für ihn sei klar gewesen: „Du musst machen.“ Angst vor Fehlern habe er nicht entwickelt. „Bei mir haben auch viele Sachen nicht funktioniert, weil ich viel mache.“ Pleiten und gescheiterte Projekte gehörten für ihn dazu.










