Sie sprechen von Narben. Hat auch der zwangsweise Abschied aus Düsseldorf im Sommer eine Narbe hinterlassen?
Natürlich habe ich mir damals nicht einmal vorstellen können, den Verein zu wechseln. Der Moment tat weh, als ich erfahren habe, dass ich gehen muss. Aber trotzdem ist es keine Narbe, weil ich nur die positiven Dinge sehe, die ich in den zehn Jahren erreichen konnte, und die tollen Menschen, die ich auf dem Weg getroffen habe. Auch die Resonanz, die ich von den Fans bekommen habe, hat gutgetan. Ich habe bei meinem Abschied schon betont, dass es nicht entscheidend ist, was die Leute denken, wenn man kommt, sondern was sie denken, wenn man geht.
Der Moment tat weh, als ich erfahren habe, dass ich gehen muss.
Marcel Sobottka
Sie spielen jetzt seit Januar beim VfL Bochum. War ein Wechsel ins Ausland nie ein Thema?
Mit Anfang 30 und als Familienpapa ist die Gewichtung der Priorität ein bisschen anders. Es gab kein Angebot, bei dem ich bereit gewesen wäre, dafür meinen Mittelpunkt zu Hause aufzugeben. Meine Tochter kommt im Sommer in die weiterführende Schule, ich möchte nicht wochenlang weg sein. Eigentlich war auch von Anfang an mein Ziel, so hoch wie möglich wieder in Deutschland zu spielen. Und das Entscheidende war nicht, was am Ende auf der Gehaltsabrechnung steht, sondern viele andere Faktoren waren mir wichtig. Umso glücklicher bin ich, dass es mit dem VfL Bochum gepasst hat, weil es wirklich eine Eins-Plus- Lösung ist.
Warum passt es so gut zwischen Ihnen und dem VfL?
Ich bin ein Kind des Ruhrpotts, ich kenne die Mentalität hier und weiß, wie die Leute ticken. Alle sind fußballverrückt – egal, ob bei den Ultras oder auf der Haupttribüne. Wenn du jemanden abgrätschst und dir den Ball holst, jubelt das ganze Stadion. Dazu wohnen wir in Bottrop, es ist ein kurzer Weg nach Hause. Als Fußballer ist das ein Riesenprivileg, wenn du deine Familie immer in der Nähe hast. Und der VfL ist ein sehr familiärer Club, alle sind sehr offen und sehr herzlich. Die Truppe ist cool, der Staff genauso, dazu das Schmuckkästchen an der Castroper Straße. Das ist einfach geil. Ich habe es immer geliebt, dort zu spielen.










