Borussia Dortmund ist am Mittwochabend aus der Champions League ausgeschieden. Trotz einer starken Bundesliga-Saison war es eine Niederlage mit Ansage.
Die Ausgangslage hätte kaum besser sein können: Nach dem 2:0-Hinspielerfolg über Atalanta Bergamo schien Borussia Dortmund schon mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League zu stehen. In Italien traten die BVB-Profis trotz des Vorsprungs aber nicht mit breiter Brust an, sondern wie eine verunsicherte Jugendmannschaft, die vom Flutlicht und der Hymne der Königsklasse übermannt wurde.
„Wir müssen Gas geben und miteinander kämpfen“, hatte Niko Kovač vor der Partie an seine Mannschaft appelliert. Auch Sport-Geschäftsführer Lars Ricken hatte eindringlich gewarnt: „Wenn irgendjemand glaubt, dass wir in einer komfortablen Situation sind, kann das auch schnell ein böses Erwachen geben. Deshalb dürfen wir nicht in eine Passivität verfallen, sondern müssen aktiv nach vorn spielen.“
Die Dortmunder Profis haben offenbar nicht genau zugehört, denn aktiv zeigte sich eine gute Stunde lang nur die Mannschaft von Atalanta Bergamo. Die notwendige Spannung für solch ein wichtiges Spiel war beim BVB nicht vorhanden, drei Gegentore gegen die vor Energie nur so strotzenden Italiener waren die logische Konsequenz.
Besonders bitter ist dabei aus Sicht der Borussia, dass die Warnungen von Kovač und Ricken im Vorlauf keine Floskeln waren. Nichts, das einfach nur künstlich Spannung erzeugen sollte. Nichts, das lediglich als respektvoller Umgang mit dem Gegner zu lesen war. Denn so gut der BVB in dieser Saison speziell in der Bundesliga unterwegs ist, die Dortmunder zeigen in zu vielen Spielen immer wieder Nachlässigkeiten, wenn sie führen.
In der Bundesliga hat die Borussia nach Führung schon zehn Punkte verspielt. Gegen Kellerkinder wie Wolfsburg, Heidenheim oder St. Pauli hat der BVB zuletzt zwar gewonnen, hätte es aber beinahe ebenfalls vergeigt. In allen drei Spielen war die Führung zwischenzeitlich futsch. Bei allem Fortschritt, den die Mannschaft unter Kovač vor allem in puncto Fitness und Geschlossenheit gemacht hat, geht ihr zu oft die Fähigkeit ab, das Spiel endgültig zu übernehmen. Sei es mit ausgiebigen Ballbesitzphasen oder einer unüberwindbaren Defensive.
Das gilt schon gar nicht in Duellen mit Topgegnern, dann nämlich zeigen sich die Probleme der Dortmunder häufig und besonders deutlich. In der Bundesliga verlor der BVB gegen die Bayern, im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen und in der Champions League gegen Manchester City, Tottenham Hotspur und Inter Mailand. Dass Atalanta Bergamo, Europa-League-Sieger von 2024 und dennoch notorisch unter dem Radar fliegender Spitzenklub, diese Liste würde fortführen können, war also keine Überraschung. Vielmehr war das Debakel, das Dortmund am Mittwochabend in der Champions League erlebt hat, eines mit Ansage.










