Merkels Rückkehr nach Stuttgart
Ex-Kanzlerin verpasst Merz‘ Wiederwahl
Von afp, reuters, dpa, t-online
Aktualisiert am 20.02.2026 – 21:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Angela Merkel war wieder persönlich zu Gast bei einem CDU-Parteitag. Aber den entscheidenden Moment verpasste die frühere CDU-Chefin.
Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Verkündung der Wiederwahl von Parteichef Friedrich Merz auf dem Parteitag in Stuttgart verpasst. Kurz nach 18 Uhr verabschiedete sich die langjährige CDU-Vorsitzende freundlich vom Kanzler und seiner Ehefrau Charlotte. Der Grund ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, dass sie den letzten Direktzug nach Hause nach Berlin nicht verpassen wollte.
Zuvor hatte Merkel einen anderen mit Standing Ovations geehrt. Die frühere Kanzlerin und CDU-Chefin erhob sich von ihrem Sitz in der ersten Reihe der Parteitagshalle und spendete Beifall. Eifrig. Oben auf der Bühne galt es, einen besonderen Mann zu würdigen: Reiner Haseloff, fünfzehn Jahre lang CDU-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, zu DDR-Zeiten an der Promotion gehindert, dann 1990 im Kino „Prisma“ von Halle-Neustadt Mitgründer der CDU in Sachsen-Anhalt.
Ein weiter Weg aus dem Osten in die Mitte der CDU. Auch Merkel kennt das. Helmut Kohl nannte sie „das Mädchen“, da war Merkel längst Familienministerin. Später nannten sie angelsächsische Medien stolz die „Eiserne Lady“. Ihre CDU feierte Merkel für ihre Wahlerfolge. Aber sie fremdelte doch mit ihrer Politik. Ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble hätte Griechenland in der Schuldenkrise gerne nach draußen gedrängt. Merkel votierte dagegen. In der Flüchtlingspolitik entschied sie sich für die Öffnung der Grenzen. Die Union kämpft damit bis heute.
Merkel hielt sich nach ihrem Abschied aus dem Kanzleramt 2021 lange öffentlich zurück. Auch bei Parteitagen der CDU.
Merkel war zuletzt 2019 auf einem CDU-Parteitag persönlich anwesend. Danach kam die Pandemie. Und bald darauf Merkels Abschied aus dem Kanzleramt. So war allein ihr Erscheinen in Stuttgart eine Geste. Und auch ihr Klatschen nach der Parteitagsrede von Friedrich Merz.








