Vogelgrippe forderte viele Opfer
Weißstörche kehren nach Deutschland zurück – Tierschützer in Sorge
19.02.2026 – 13:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Trotz Frost und Schnee kehren die ersten Weißstörche zurück. Doch nach Vogelgrippe-Ausbrüchen im Herbst blicken Experten mit Sorge auf die Brutsaison.
Noch liegt Schnee und vielerorts verharren die Temperaturen im Minusbereich. Dennoch kehren die ersten Weißstörche in ihre Horste in Deutschland zurück. In diesem Jahr verfolgen die Naturschützer die frühe Rückkehr besonders aufmerksam, denn in den Winterquartieren gab es viele Todesfälle.
„Im Herbst grassierte unter Zugvögeln die Vogelgrippe in Spanien und Frankreich, wo viele Störche die Wintermonate verbringen“, sagt Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vogelschutz beim Nabu Baden-Württemberg. Viele Tiere fielen der hochansteckenden Viruserkrankung zum Opfer. Wie viele Paare die Reise zurück nach Deutschland tatsächlich antreten, bleibt abzuwarten. „Wir können erst im Lauf der Brutsaison Bilanz ziehen, ob genügend weitere Störche zurück sind“, so Bosch.
Auffällig ist: Die Männchen treffen zuerst ein. „Meist haben die Storchenmännchen die Schnabelspitze vorn und kommen vor den Weibchen an, um sich einen Nistplatz zu sichern“, berichtet Bosch. Dieses Verhalten hänge auch mit einem veränderten Zugverhalten zusammen. Viele Störche überwintern inzwischen in Spanien oder Südfrankreich, statt in Nordafrika. Dort finden sie auf Müllkippen ausreichend Nahrung und brauchen dann nur etwa eine gute Woche ohne lange Zwischenstopps bis in die deutschen Brutgebiete.
Einige hundert sogenannte Winterstörche verzichten sogar vollkommen auf den Zug. Sie bleiben das ganze Jahr über in Deutschland, so der Nabu-Experte. Mildere Winter helfen ihnen dabei. Die Schreitvögel fänden auch in der kalten Jahreszeit genügend Mäuse, Schnecken, Würmer oder Fische. Kälte schade ihnen kaum.
Nach ihrer Rückkehr reparieren die Tiere ihre Horste und bereiten sich auf die Brutzeit vor. Um ihre Jungen erfolgreich aufzuziehen, brauchen sie vor allem geeignete Nahrungshabitate. Damit meinen Experten Lebensräume wie Wiesen, Feuchtgebiete oder Gewässer, in denen die Tiere genug Futter finden.
Für die optimale Aufzucht der Jungvögel spielt das Wetter eine entscheidende Rolle, erklärt Ornithologe Eisenbarth. Langanhaltender Regen gefährdet vor allem die Küken. Sie können auskühlen und sterben.










